12.01.2009

Deutschland macht bei Breitband-Internet Fortschritte

Das Breitband-Internet ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Genau 75 Prozent, also drei Viertel der deutschen Haushalte haben mittlerweile einen Breitband-Anschluss. Im Jahr 2007 waren es noch 70 Prozent gewesen, in 2002 nur 46 Prozent. Die Versorgung mit Online-Anschlüssen schreitet also zügig voran. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern belegt Deutschland aktuell den fünften Platz.

Internetversorgung: drei Viertel der deutschen Haushalte sind online

Spitzenreiten der Tabelle, die der Branchenverband BITKOM gerade veröffentlicht hat, ist Holland (86 Prozent), gefolgt von Schweden (84 Prozent), Dänemark (82 Prozent) und Luxemburg (80 Prozent). In Großbritannien verfügen 71 Prozent der Haushalte über einen Internet-Zugang, in Frankreich sind es lediglich 62 Prozent. Die Handy-Nation Italien liegt mit 42 Prozent weit abgeschlagen.

Mit Breitband-Internet gegen die Krise

"Deutschland startet von einer stark verbesserten Position ins Internetjahr 2009", freut sich Prof. August-Wilhelm Scheer, Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Zwischen 2002 und 2007 hat es einen Zuwachs von 54 Prozent bei den Online-Zugängen gegeben, im letzten Jahr stieg der Anteil der deutschen Haushalte mit Internet noch einmal um 5,6 Prozent.

Das sei sehr erfreulich, dennoch gebe es weiteren Handlungsbedarf, betont Scheer: "Trotz der großen Fortschritte bei der Internetversorgung muss weiter in die Telekommunikationsnetze investiert werden – vor allem in den Ausbau des Breitbandnetzes". Das Internet sei das bedeutendste Infrastrukturprojekt des 21. Jahrhunderts, sagte der BITKOM-Präsident. "Das Land braucht flächendeckend Glasfasernetze, denn diese Investitionen werden der Wirtschaft in schwierigen Zeiten wesentliche Impulse für mehr Wachstum und Beschäftigung geben", so die Meinung des Branchenexperten. Darum müsse der Ausbau der Daten-Autobahn zentraler Bestandteil der anstehenden Konjunkturpakete sein. Im Rahmen der BITKOM-Studie wurden Haushalte erfasst, in denen mindestens ein Mitglied der Altersgruppe von 16 bis 74 Jahren lebt. Für das Länder-Ranking zur Internetversorgung wurden aktuelle Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat verwendet.

Auch das mobile Internet über EDGE, UMTS und HSDPA legt zu

Aber auch beim mobilen Breitband-Internet hat sich die Bundesrepublik gut positioniert. Der Online-Zugang über das Handy ist heute kein Nischenprodukt mehr, bessere Endgeräte und günstigere Tarife locken immer mehr mobile Nutzer ins Internet. Laut einer aktuellen Erhebung von Nielsen Mobile lag der Anteil der deutschen User, die mobile Internet-Services nutzen im März 2008 bei 7,4 Prozent. In Frankreich waren es 9,6 Prozent, in Spanien 10,8 Prozent, in Italien 11,9 Prozent und in Großbritannien 12,9 Prozent.

Die Mobilfunk-Netzbetreiber, allen voran T-Mobile und Vodafone D2 haben außerdem beträchtliche Summen in den Ausbau der mobilen Breitbandnetze investiert: An verschiedenen Standorten, vor allem in größeren Städten sind Datenraten per HSDPA von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde möglich. Die maximale Übertragungsrate im Upload liegt derzeit bei 1,44 Megabit pro Sekunde. Der Mobilfunk-Turbo EDGE ist bei T-Mobile inzwischen flächendeckend verfügbar, er bietet eine Performance von bis zu 220 Kilobit pro Sekunde im Downstream und bis zu 110 Kilobit pro Sekunde im Upstream.

Autor: FN