16.01.2009

T-Mobile will Femtozellen auf den Markt bringen

Femtozellen sind kleine UMTS-Funkzellen für den Innenbereich. Sie eignen sich, um unterversorgte Räumlichkeiten mit UMTS abzudecken. Auch kann die Kapazität bereits versorgter Gebiete mittels Femtozellen-Technologie erhöht werden. T-Mobile hat nun angekündigt, noch in diesem Jahr femtocells für die geschäftliche Nutzung einzuführen.

Die Telekom-Mobilfunktochter hatte im Sommer 2008 einen Friendly User Test mit Femtozellen begonnen. Verschiedene Nutzer in der Region Köln/ Bonn richteten sich zu Hause oder im Büro ein privates UMTS-Netz per Minifunkzelle ein. Nach positiven Testergebnissen will T-Mobile die Femtozellen-Technologie jetzt auf den Markt bringen, vorerst allerdings nur für Geschäftkunden.

Minifunkzellen für Geschäftskunden noch in diesem Jahr

Man denke dabei beispielsweise an Konferenzräume oder Hotelzimmer, die nicht mit UMTS abgedeckt sind, hieß es bei dem Mobilfunkanbieter. Per DSL könnten diese Gebiete schnell und sicher an ein bestehendes UMTS-Netz angeschlossen werden. "Femto cells sind ein weiterer, möglicher Innovationsschritt, um unsere Kunden überall und jederzeit das beste Mobilfunkerlebnis zu bieten", lobte Günther Ottendorfer, Geschäftsführer des Bereiches Technik bei T-Mobile, die Minifunkzellen anlässlich des Testlaufs im letzten Jahr.

Inzwischen ist man bei der Telekom-Tocher aber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass sich die Femtozellen nicht wirklich für die private Nutzung eignen. Endverbraucher, die beispielsweise im Keller oder Erdgeschoss ihres Hauses keinen Handy-Empfang haben, könnten durchaus eine Femtozelle gebrauchen. Auch Nutzer, die einen Breitband-Internetanschluss aber kein Mobilfunknetz haben, könnten mit der Minifunkzelle ein privates UMTS-Netz herstellen. Dennoch, nach marktwirtschaftlichen Überlegungen stellen diese Verbraucher nur eine kleine Zielgruppe dar. Das wird wohl der Grund sein, warum sich T-Mobile im Zusammenhang mit den femtocells zunächst auf die Geschäftskunden konzentrieren möchte.

Verzicht auf Evolved EDGE, Bemühungen um LTE

Wie T-Mobile außerdem anlässlich des CeBIT Previews in München mitteilte, werde man sich auf einen weiteren Ausbau der UMTS-Netze konzentrieren. Eine Aufrüstung der GSM-Netze mit dem Erweiterungsstandard Evolved EDGE hingegen sei nicht vorgesehen. Kunden wie Anbieter müssten für die Nutzung des GSM-Turbos neue Hardware anschaffen, weswegen die Telekom-Tochter von einer Einführung dieses Standards absehen will.

Stattdessen wolle man sich um den Mobilfunk der vierten Generation bemühen und die Machbarkeit eines LTE-Netzes in Deutschland weiter prüfen. Für die diesjährige CeBIT plane man überdies eine Demonstration des neuen Mobilfunkstandards Long Term Evolution.

Autor: FN