30.01.2009

E-plus: Sprachdienste stehen im Vordergrund

Der Mobilfunk-Netzbetreiber e-plus hat sich eindeutig zum Telefoniegeschäft bekannt. Die Datenkommunikation liege nicht im Hauptinteresse des Anbieters, erklärte der Marketing-Chef Dr. Andreas Gregori im Rahmen der Euroforum-Veranstaltung „Telecom Trends“. "Unsere Perspektive ist Sprache, Sprache, Sprache und danach kommt erst mal gar nichts", sagte Gregori auf dem Event in Düsseldorf.

Die Mobilfunk-Telefonie in Deutschland verspreche noch ein „ungeheures Wachstumspotenzial“, glaubt der e-plus-Manager. Nach wie vor werden hierzulande drei Viertel der Telefongespräche über das Festnetz abgewickelt. Dementsprechend wolle man sich auf günstige Tarife konzentrieren und weiter daran arbeiten, Festnetzkunden zum Mobilfunk hinüber zu ziehen, erklärte Gregori die Strategie von e-plus.

Ziel: Mobilfunk-Telefonie ausweiten

Der Fokus liege auf dem Massenmarkt, sagte der e-plus-Manager. Man wolle primär Kunden ansprechen, die günstig telefonieren möchten. Daher sei man auch mit den eigenen Prepaid-Kunden sehr zufrieden, i-Phone-Nutzer hingegen seien nicht wirklich die Zielgruppe für künftige Marketingaktivitäten.

Besonders erfolgreich ist die e-plus-Gruppe laut Gregori im klassischen Online-Discount-Geschäft: Mobilfunk-Marken wie blau.de, simyo oder Aldi Talk haben dem Provider inzwischen einen Marktanteil von etwa 70 Prozent beschert. „Hier ist der Markt quasi vergeben“, freute sich der Marketing-Chef. Da liege es auf der Hand, dass man auch weiterhin am Konzept der Segmentierung festhalten wolle, so der e-plus-Manager.

Geringeres Interesse an der Datenkommunikation

Weit geringer fällt das Engagement von e-plus im Bereich der Datenkommunikation aus: Die Aussichten seien lange nicht so positiv wie prognostiziert, gab Gregori zu Bedenken. Die meisten User wären nicht bereit, viel für das mobile Surfen zu bezahlen. Die Nutzer wollten für mehr Bandbreite nicht mehr ausgeben als für weniger leistungsfähige Datenverbindungen, kritisierte der CMO von e-plus. Man werde daher für eine 90-prozentige Abdeckung mit EDGE im e-plus-Netz sorgen, einen flächendeckenden Ausbau mit dem Datenturbo HSPA werde es bei e-plus hingegen nicht geben. Dabei sei nicht ausgeschlossen, dass schnelle HSDPA-Verbindungen in bestimmten Regionen mit einem hohen Kundenbedarf eingeführt würden. Dennoch setze man in erster Linie auf EDGE: „Das ist ausreichend für gutes Surf-Vergnügen“, betonte der Marketing-Chef. Mit EDGE sind derzeit Datenraten von rund 200 Kilobit pro Sekunde im Download möglich. HSDPA bietet Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream.

Ab dem 2. Februar soll es außerdem ein neues Surf&Mail-Portal geben, wie Gregori gegenüber dem Online-Portal teltarif.de erklärte. Die bestehende Website werde derzeit überarbeitet, die neue Version soll eine größere Auswahl von 50 bis 60 Internetseiten bieten. Darunter werden künftig auch Social Networks sein, kündigte der Markering-Chef an. Im Februar startet auch eine neue e-plus-Datenoption: Die neue E-Plus Internet-Flatrate für Handys ist bereits ab einen Euro im Monat zu haben. Mit der Top-3-Flat können drei Seiten aus dem Angebot des Surf&Mail-Portals unbegrenzt genutzt werden.

Autor: FN