13.02.2009

Fünf Jahre UMTS in Deutschland

Am Anfang stand eine große Summe: 50,8 Milliarden Euro bezahlten die Telekommunikationsanbieter im Jahr 2000 für die deutschen UMTS-Lizenzen, sehr zur Freude der Bundesregierung. Vier Jahre später begannen die Netzbetreiber mit der Vermarktung des schnellen Mobilfunkstandards „Universal Mobile Telecommunications System“, kurz UMTS.

Mitte Januar 2004 schaltete T-Mobile die SIM-Cards aller seiner Kunden für das UMTS-Netz frei, allerdings standen weder Mobiltelefone noch Modems in Form von Laptopkarten zur Nutzung bereit. Zur gleichen Zeit startete Nokia den Verkauf des UMTS-Handys 7600. Das Gerät war aber zunächst bei keinem Netzbetreiber erhältlich und verkaufte sich sehr schlecht. Der wirkliche Start des mobilen Breitbands war Mitte Februar 2004, als Vodafone die erste Datenkarte auf den Markt brachte.

Vodafone verkaufte erste Laptopkarte

Satte 999 Euro kostete die „Mobile Connect Card UMTS“ von Vodafone damals. In Verbindung mit einem Datentarif lag der Preis bei 359 Euro. Die maximale Performance lag vor fünf Jahren bei 384 Kilobit im Downstream, das war immerhin sechs mal so schnell wie eine ISDN-Verbindung.

Zum Vergleich: Heute kann der Nutzer dank der UMTS-Erweiterung HSDPA mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde durch das Mobilfunknetz surfen. Ebenfalls positiv für den Verbraucher sind die erheblich gesunkenen Hardware-Preise: Inzwischen bieten viele Provider Laptopkarten in Verbindung mit einem Laufzeitvertrag schon ab einem Euro an. Ohne Bindung an einen Anbieter gibt es die Modems bereits für rund 100 Euro.

Mai 2004: Startschuss für UMTS-Handy-Verkauf

Ab Mai 2004 konnten die User dann erste UMTS-Handys bei den Mobilfunk-Netzbetreibern erwerben: Vodafone startete mit dem Samsung Z105, T-Mobile nahm das Nokia 7600 in sein Angebot auf. E-plus zog im Juli nach, Mitte August begann auch o2 als letzter Netzbetreiber mit der Vermarktung von UMTS-Handys.

Die Unternehmen Quam und mobilcom, ebenfalls Besitzer von UMTS-Lizenzen, stiegen nicht in den Markt ein. Beide Anbieter konnten den Aufbau eines UMTS-Netzes nicht bewältigen, Quam hatte bereits 2002 den Betrieb eingestellt, mobilcom fusionierte 2007 mit freenet.

UMTS-Nachfolger HSPA+ und LTE

Die erste Daten-Flatrate kam im Sommer 2005 auf den Markt: Der Mobilfunkbetreiber e-plus bot seinen Kunden unbegrenztes Internetsurfen ab 40 Euro an. Bisher hat der Düsseldorfer Anbieter aber relativ wenig Geld in die Netztechnik investiert, e-plus unterhält das kleinste deutsche UMTS-Netz. Die seit 2006 verfügbare UMTS-Erweiterung „High Speed Packet Access“ (HSPA) existiert im e-plus-Netz nicht, mit Ausnahme von einigen HSDPA-Testbetrieben.

T-Mobile und Vodafone hingegen führten den UMTS-Turbo HSDPA 2007 ein. O2 hatte sich zunächst auf ausgewählte Großstädte konzentriert, im vergangenen Jahr wurde das o2-Netz aber deutschlandweit mit HSDPA ausgebaut. Inzwischen stehen schon die nächsten Erweiterungen vor der Tür: HSPA+ soll Datenraten von bis zu 28,8 Megabit pro Sekunde ermöglichen, derzeit laufen erste Tests von mobilkom Austria in Wien. Die neue Mobilfunkgeneration „Long Term Evolution“ (LTE) steht schon in den Startlöchern, damit sollen noch weit höhere Datenraten erreicht werden. NTT DoCoMo etwa demonstrierte im März 2008 einen Testlauf mit 250 Megabit pro Sekunde, LG führte vor kurzem einen LTE-Chip mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 60 Megabit pro Sekunde vor.

Autor: FN