24.02.2009

Netzausrüster Ericsson setzt weiter auf HSPA

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die eine schnelle Einführung des UMTS-Nachfolgers LTE für möglich halten, glaubt der schwedische Netzausrüster Ericsson, dass in den kommenden Jahren HSPA (High Speed Packet Access) die führende Technologie rund um das mobile Breitband-Internet sein wird.

Prognosen zufolge wird der Marktanteil von HSPA bei nahezu 75 Prozent liegen. Konkurrierende Breitband-Technologien wie WiMAX müssen sich mit kleineren Anteilen begnügen. Auch geht Ericsson davon aus, dass der UMTS-Nachfolgestandard LTE bis 2013 nur einen kleinen Anteil am Gesamtmarkt erobern wird.

Ericsson demonstriert HSPA mit 42 MBit/s

Im Rahmen der vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Mobilfunkmesse in Barcelona, dem Mobile World Congress, zeigte Ericsson erstmals eine Live-Demonstration der schnellen HSDPA-Technik mit einer Downlink-Übertragungsgeschwindigkeit von rund 42 Mbit/s auf Basis der neuen HSPA-Multi-Carrier-Technologie.

Die HSPA-Multi-Carrier-Technologie ist nach Ansicht des Unternehmens der nächste Schritt bei der Entwicklung von HSPA. Die Technik ermöglicht Nutzern den Empfang von Daten über zwei Frequenzkanäle. Somit wird die verfügbare Datenrate im Versorgungsgebiet eines HSPA-Mobilfunknetzes verdoppelt.

Die HSPA-Demonstration in Barcelona wurde mit einem Breitband-Router durchgeführt. Geräte dieser Art eigenen sich insbesondere dafür, wenn man sich einen Mobilfunkzugang – zum Beispiel zu Hause, im Büro oder an öffentlichen Plätzen – mit anderen Anwendern teilen möchte.

Die neue HSPA-Multi-Carrier-Technologie von Ericsson wird Ende 2009 für den kommerziellen Einsatz verfügbar sein.

Ericssons Doppelstrategie: Erstes LTE-Netz wird aufgebaut

Obwohl Ericsson das vorläufige Festhalten der meisten Netzbetreiber an der HSPA-Technologie in den nächsten Jahren für wahrscheinlich hält, engagiert sich der Netzausrüster auch in Sachen 4G und experimentiert mit LTE.

Neben einzelnen LTE-Tests hat Ericsson Anfang dieses Jahres auch den ersten Vertrag über den kommerziellen Aufbau eines regulären LTE-Netzes unterzeichnet. Gemeinsam mit TeliaSonera soll in Schwedens Hauptstadt Stockholm ein 4G-Breitbandnetz geschaffen werden, das die höchsten mobilen Datenraten biete. Die Inbetriebnahme des LTE-Netzes in Stockholm ist für das Jahr 2010 vorgesehen.

Mikael Bäckström, Präsident bei Ericsson für Skandinavien und das Baltikum kommentierte den Startschuss für das erste LTE-Netz mit folgenden Worten: „Wir sind sehr glücklich, unsere Partnerschaft mit TeliaSonera fortzusetzen. Diese Zusammenarbeit markiert einen wichtigen Meilenstein. Mit LTE lassen sich Netze größtmöglicher Leistungsfähigkeit und Kapazität aufbauen. So können die Anforderungen, die die schnell wachsende Zahl von mobilen Breitbandnutzern auf der ganzen Welt stellt, erfüllt werden.“

Autor: MN