24.02.2009

Was taugt der Eee PC in der Praxis?

Kleine Subnotebooks werden immer beliebter. Allen voran der Eee PC von Hersteller Asus. Aber was taugt das Mini-Notebook wirklich? Die Redaktion von laptopkarten.de hat das kleine Wundergerät unter die Lupe genommen.

Beim Eee PC handelt es sich um ein Notebook, das eine eigenständige Geräteklasse geschaffen hat. Anzusiedeln wäre der beliebte mobile Rechner am Besten irgendwo zwischen einem etwas kleiner geratenen Subnotebook und einem überdimensionalen PDA. Beim Testgerät handelt es sich um die auf dem deutschen Markt erhältliche Version des Eee PC 701.

Eee PC im Test: Top Ausstattung!

Der Eee PC misst 22,5 mal 16,5 Zentimeter. Das Gerät ist 3,5 Zentimeter dick und wiegt etwas rund 920 Gramm. Aufgrund des super leichten Gewichts wirkt das Gerät auf den ersten Blick wie ein Spielzeug.

Der 7-Zoll-Display hat eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Neben dem entspiegelten Display befinden sich die Stereo-Lautsprecher, die im Test mehr als überzeugt haben.

Die Webcam mit 640 x 480 Pixeln Auflösung befindet sich – wie bei den meisten Mini-Notebooks üblich – über dem Display. Das eingebaute Mikrofon sitzt an der Unterseite der Vorderkante. Beim Aufnahme-Test nahm das Mikro recht leise auf.

Die Tastatur fällt – wie bei den meisten Subnotebooks - recht klein aus, die Tasten bieten aber einen guten Druckpunkt. Dennoch ans Touchpad muss man sich erst gewöhnen. Im Vergleich zu normalen Notebooks bei denen die Tasten üblicherweise einen Abstand von etwa fünf Millimetern zueinander haben, ist die Tasten-Lücke beim Eee PC nicht einmal einen Millimeter groß. Für eine kurze Mail oder das Eintippen einer Internet-Adresse reicht die Tastatur völlig aus, längere Texte sollte man eher auf dem Desktop-Rechner oder einem großen Laptop verfassen.

An den Rändern des Gehäuses liegen diverse Anschlüsse. Auf der rechten Seite sitzen zwei USB-Ports, ein dritter befindet sich links. Daneben gibt es auch einen D-Sub-Videoausgang: sehr praktisch, wenn man einen zweiten Monitor oder einen Beamer anschließen möchte. Außerdem ist ein Cardreader an Bord, der mit MMC- und SD-Karten klarkommt.

Schnelles Hochfahren, wenig Speicherplatz

Das Hochfahren des kleinen Subnotebooks ging im Test erstaunlich flott: Bereits nach rund 25 Sekunden ist der unter Linux laufende Eee PC einsatzbereit. Zum Vergleich: Ein Standard-Notebook mit Windows XP oder Vista braucht dafür 45 Sekunden und mehr.

Auf dem Eee-PC hat Asus eine Linux-Variante des Anbieters Xandros installiert, der wiederum die Software des Debian-Projektes als Grundlage verwendet. Den Eee PC hat Asus bekanntermaßen mit Intel gemeinsam entwickelt. Deshalb arbeitet im Kult-Notebook ein Celeron Mobile-Prozessor, der mit einer Taktfrequenz von 900 MHz schlägt. Beim Chipsatz handelt es sich Intels 915GM, 512 MByte DDR 2-Arbeitsspeicher. Wie sich im Test herausgestellt hat, verbrauchen die verbauten Komponenten nicht allzu viel Power: Der Eee PC hielt im Test beinahe drei Stunden mit einer Akkuladung durch.

Was die Internetkonnektivität anbelangt so kann der Eee PC über einen LAN-Port und WLAN eine Verbindung zum Internet herstellen. Ein UMTS- bzw. HSDPA-Modem ist beim 701 noch nicht an Bord. Damit man künftig auf ein UMTS-Modem verzichten kann, wäre die Integration von 3G-Lösungen durchaus sinnvoll. Man wird sehen, ob zukünftige Modelle bereits mit integrierten Turbo-Modems ausgestattet werden. Was die WLAN-Internetverbindung anbelangt, so klappte diese beim test auf Anhieb.

Der Speicherplatz ist beim Eee PC eher ein Manko. Der verbaute Flashspeicher bietet 3.773 MByte Speicherplatz. Davon belegt das operative System aber mehr als die Hälfte. Übrig bleiben nur noch 1.420 MByte für persönliche Daten und Dokumente. Das Speicherplatz-Problem kann man aber heutzutage wunderbar durch einen USB-Speicherstick umgehen.

Eee PC Software: Viele Programme on board

Nach einem „richtigen“ Desktop sucht man beim Eee PC 701 vergebens. Angezeigt werden jedoch sechs Bereiche, die über Reiter angesteuert werden können. Dabei handelt es sich um die Kategorien Internet, Arbeiten (Work), Lernen (Learn), Multimedia und Spiele (Play), Einstellungen (Settings) und Favoriten. Die Programme und Funktionen präsentieren sich in Form von großen Vorschaubildern. Zur Software-Ausstattung gehören rund 60 Programme. Bei den meisten handelt es sich um Open-Source-Lösungen.

Der installierte Firefox besitzt bereits alle wichtigen Plugins, um Medien, PDF-Dokumente usw. im Internet wiederzugeben. Programme wie Skype oder das E-Mail-Programm Thunderbird sind genauso vorhanden wie Software zum Abspielen und Verwalten von Filmen, Musik und Fotos. Im Test reagierte der Eee-PC auf alle Anwendungen positiv. Alle getesteten Anwendungen liefen überraschend flüssig.

Ein Bildbearbeitungsprogramm wie GIMP ist beim Eee PC nicht vorinstalliert, wohl aber Bildprogramm mit dem sich Fotos aus der Digitalkamera unmittelbar auf dem 7-Zoll-LCD zur Kontrolle der Aufnahmen betrachten lassen.

Fazit: Sehr guter mobiler Rechner zum fairen Preis

Der Eee PC ist sicherlich kein Notebook im herkömmlichen Sinne, das einen Desktop-PC gleichermaßen ersetzen könnte, aber man kann durchaus festhalten, dass er die wichtigsten Anwendungen, die man von einem Mini-Notebook erwartet, beherrscht.

Die Bedienung des Eee PC ist so simpel, dass sich das Gerät tatsächlich für die ganze Familie eignet. Vor Linux muss man dabei keine Angst haben. Das Pinguin-Betriebssystem wird für die wenigsten ein Problem darstellen.

Wer einen tragbaren Rechner sucht, mit dem man von unterwegs Surfen und Mails verschicken kann, macht mit einem Eee PC Kauf bestimmt nichts verkehrt. Zumal der Preis zu einem Kauf geradezu einlädt. Für rund 300 Euro findet man im Moment nichts Vergleichbares. Der Eee-PC ist tatsächlich der erste mobile Computer zum fairen Preis, mit dem man auch von unterwegs problemlos arbeiten kann.

Autor: MN