10.04.2009

Femtozelle von T-Mobile kommt im Herbst auf den Markt

Ursprünglich hatte T-Mobile angekündigt, die sogenannten Femtozellen nur für Geschäftskunden anbieten zu wollen. Am Rande der Technikmesse CeBIT erklärte der Telekommunikationskonzern jedoch, dass die Femtocell-Lösung nun doch auch für Privatnutzer erhältlich sein werde.

Die Markteinführung der Femtozelle soll laut T-Mobile im dritten Quartal 2009 erfolgen. Der Preis für die kleinen UMTS-Basisstationen wird voraussichtlich bei 300 Euro liegen, Zusatzkosten für die Nutzung der Femtozelle sollen nicht entstehen. Ähnlich einem WLAN-Router können die Femtocells in einem Büro oder in der Wohnung aufgestellt werden, wodurch die Funkversorgung erheblich verbessert wird.

300 Euro für die Mini-Funkzelle

Der größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile hatte im vergangenen Jahr einen Testlauf mit der Femtozellen-Technologie durchgeführt. Im Raum Köln/Bonn erprobten ausgewählte Nutzer in einem sogenannten Friendly User Test eine Femtocell-Lösung.

Die Mini-Basisstationen erweitern die Breitbandversorgung in Gebäuden, indem sie ein eigenes Mobilfunknetz im Raum aufbauen. Die Netzanbindung erfolgt dabei über einen DSL-Anschluss. So können beispielsweise Konferenzräume mit einer UMTS-Anbindung versorgt werden. Die Femtozellen-Technik soll sich laut T-Mobile auch dafür eignen, Gebiete ohne DSL-Zugang mit Breitbanddiensten zu versorgen.

Mobilkom Austria plant Einsatz von Femtozellen

Die Mini-Funkzellen könnten den WLAN-Router ersetzen, der für einen DSL-Anschluss benötigt wird. Die Netzabdeckung würde so deutlich verbessert, die Kunden bekämen grundsätzlich einen besseren Empfang. Allerdings muss sicher gestellt werden, dass nicht jeder beliebige Kunde auf den UMTS-Frequenzen dazwischen funken kann. Zu diesem Zweck müssen sich Fetocells gegenüber dem UMTS-Netz identifizieren, bevor sie den Sendebetrieb aufnehmen. Wie bei Mobiltelefonen wird dazu eine SIM-Karte verwendet. Dabei handelt es sich um eine netzseitige Komponente und nicht um ein Mobilgerät, daher ist eine andere SIM-Card nötig.

Femtozellen-Hardware gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern, darunter Ubiquisys, Nokia Siemens Networks und ip.access. Der österreichische Anbieter Mobilkom Austria hat für das zweite Quartal 2009 den Ausbau seines UMTS-Netzes mit Unterstützung der Femtozellen-Technologie angekündigt. Dabei sind HSPA-Datenraten von bis zu 28 Megabit pro Sekunde geplant.

Autor: FN