27.04.2009

Breitbandversorgung: Neuer Breitbandatlas von geteilt.de

Eine verbesserte Breitbandversorgung in Deutschland, das ist das Ziel der so genannten Initiative gegen digitale Spaltung „geteilt.de“. Jetzt hat das Bündnis einen Breitbandatlas im Internet veröffentlicht, der bundesweit alle Standorte für Breitband-Internet von Festnetz-, Kabel-TV- und Funktechnik aufzeigen soll.

Geteilt.de: Neuer Atlas zur Breitband-Versorgung

Dabei werden die Einträge von den Nutzern selbst zusammengetragen. Der Telekommunikationsatlas ist im Netz unter der Adresse www.atlas.geteilt.de zu finden. Er soll neben Privatpersonen auch Unternehmen ansprechen. Insbesondere kleinere Anbieter von Breitband-Technologien könnten davon profitieren, wenn ihre Verteiler oder Funkanlagen in dem Telekommunikationsatlas aufgeführt sind, glaubt man bei geteilt.de.

Kritik an Breitband-Strategie der Regierung

„Auf einen Blick finde ich jetzt beispielsweise Standorte von Vermittlungsstellen oder Mobilfunkmasten“, erklärte Bernd Rudolph, ein Sprecher der Initiative, gegenüber dem Online-Portal teltarif.de. Das helfe, die eigene Versorgungssituation besser einzuschätzen. Die Bundesregierung hat sich seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben, die Breitband-Versorgung in Deutschland erheblich zu fördern. Rudolph und seine Mitstreiter zeigen sich bislang wenig überzeugt von der Strategie der Regierung. Die Bemühungen der Politik scheinen ins Leere zu laufen, kritisiert der geteilt.de-Sprecher. Die bereitgestellten Fördermittel würden durch die Kommunen bisher kaum in Anspruch genommen, zudem könne die Bundesregierung keine belastbaren Zahlen benennen.

Zwar existiert ein offizieller „Breitbandatlas“, der die Breitband-Situation in Deutschland dokumentieren soll und den die Politik regelmäßig zitiert. Der beruht aber auf freiwilligen Angaben der Telekommunikationsunternehmen und wird von Experten wie Nutzern eher misstrauisch beäugt. „Heute kursieren die unterschiedlichsten Werte, kritisiert Rudolph die Versorgungsstatistik der Bundesregierung. „Mal ist von zwei Prozent Unterversorgung die Rede, mal von acht Prozent, mitunter gar von 15 Prozent. Wenn aber keiner die wirklichen Zahlen kennt, kann es auch keine Lösung des Problems geben“.

Breitbandatlas basiert auf Nutzerdaten

Die Bundesregierung möchte nun eine weitere Publikation veröffentlichen, die den Breitbandatlas ergänzt: Der neue Infrastrukturatlas soll unter anderem Verteiler, Kabeltrassen und Funkstandorte enthalten. Allerdings folge der neue Atlas wieder dem alten System, dass nämlich die Unternehmen selbst auf freiwilliger Basis diese Angaben zur Verfügung stellen, kritisieren die Interessenvertreter von geteilt.de. Im Gegensatz dazu wird der TK-Atlas der Initiative sozusagen „von unten“, von den Anwendern selbst zusammengestellt.

„Innerhalb von zwei Wochen haben wir schon mehr als 300 Einträge, ohne groß Werbung gemacht zu haben“, freut sich Bernd Rudolph. Für die Qualität der Daten sorge die Community, nach dem Wikipedia-Prinzip, erklärt der Sprecher weiter. Man hoffe, dass der TK-Atlas zur Verbesserung der Breitband-Versorgung beitragen könne. 

Autor: FN