05.05.2009

Kein-DSL: über 10.000 Einträge im Schmalbandatlas

Die Breitband-Initiative „kein-DSL.de“ setzt sich für die bessere Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen in Deutschland ein. Als Gegenpol zum so genannten Breitbandatlas der Bundesregierung setzte das Bündnis vor einem Jahr eine Datenbank unter dem Namen „Schmalbandatlas.de“ auf, die jetzt den 10.000sten Eintrag verzeichnete.

Laut kein-DSL.de gab es bislang keine verlässliche Übersicht über die tatsächlichen Ausmaße der Breitband-Unterversorgung in Deutschland. Die Breitband-Datenbank der Bundesregierung registriert etwa 800.000 Haushalte deutschlandweit ohne schnellen Internetanschluss, die Initiative bezweifelt diese Zahl: Sie geht von bis zu sechs Millionen Nutzern ohne Breitband-Anschluss aus.

Flächenstaaten im Osten sind die DSL-Verlierer

„Ein konkretes Bild der Unterversorgung in Deutschland skizziert erstmals der Atlas der Interessengemeinschaft kein-DSL“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Datenbank ist für jedermann zugänglich, die Einträge wurden in eine Überblickskarte integriert und statistisch ausgewertet. So lässt sich auf den ersten Blick erkennen, dass die Stadtstaaten Bremen und Hamburg sowie die Bundeshauptstadt Berlin die wenigsten Betroffenen verzeichnen. In diesen Gebieten kommen lediglich sechs bzw. acht bzw. 23 Breitband-Bedürftige auf eine Million Einwohner, was sicherlich auch an der überschaubaren Größe der Städte liegt. Unter den Flächenstaaten schneiden laut Schmalbandatlas Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ganz gut ab. Hier haben sich 87 bzw. 91 Breitband-Interessenten pro eine Million Einwohner registriert. Dagegen sind die rot unterlegten Regionen wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt stark betroffen von der DSL-Unterversorgung. Hier liegt die Quote bei 281 bzw. 218 Betroffenen pro eine Million Einwohner.

Neben der Versorgungsstatistik bietet die Website auch eine Liste der alternativen Anbieter für Breitband-Internet. Diese Unternehmen richten laut kein-DSL.de breitbandige Zugänge mit einer Performance von sechs Megabit pro Sekunde schon ab einer Nachfrage von 20 Interessenten ein. Über eine Suchfunktion kann der Nutzer herausfinden, welcher Anbieter an seinem Wohnort bereit steht und bei Bedarf Kontakt mit dem Service Provider aufnehmen.

Autor: FN