16.06.2009

Bye bye Schmalband

Als „Auslaufmodell“ bezeichnet BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer die schmalbandigen Internet-Anschlüsse. Inzwischen surft wohl kein User in Deutschland mehr freiwillig über einen Analog- oder ISDN-Zugang im Netz. Im letzten Jahr schrumpfte die Zahl der schmalbandigen Anschlüsse um satte 70 Prozent.

Das geht aus einem aktuellen Bericht des Bundesverbands Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hervor, der sich auf Zahlen der Bundesnetzagentur stützt. Laut Branchenverband lag die Summe der Einwahlminuten über Schmalband 2008 bei zehn Milliarden Minuten, zu den Bestzeiten von ISDN im Jahr 2001 waren es 127 Milliarden Minuten. Für das Jahr 2009 werde eine weitere Halbierung der Schmalband-Nutzung erwartet, heißt es in der BITKOM-Studie.

Breitband setzt sich durch

Klarer Gewinner bei der Umverteilung der Internet-Zugänge sind die Breitband-Netze. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Breitband-Anschlüsse sehr schnell gewachsen und das Datenvolumen per Breitband sogar exponentiell gestiegen“, erklärt Prof. Scheer. Zu Beginn des Jahres hatten drei Viertel aller deutschen Haushalte einen Internet-Anschluss, fast 60 Prozent davon sind schnelle Breitband-Zugänge.

Gemäß einer EU-Definition zählen dazu alle Anschlüsse mit Datenraten über 128 Kilobit pro Sekunde. In der Bundesrepublik bieten praktisch alle Breitband-Zugänge eine Performance von mindestens 384 Kilobit pro Sekunde.

Rasante Zunahme des Datenvolumens

Inzwischen erfolgt die Abrechnung fast ausschließlich über Pauschal- oder Volumentarife. Viele PCs sind rund um die Uhr online. Zeittarife für die Daten-Nutzung gibt es praktisch nur noch für Mobilfunkkunden, die hin und wieder mit dem Handy ins Internet gehen wollen. Dementsprechend wird die Internet-Nutzung von Breitband-Technologien wie DSL, Kabel oder UMTS nicht in Minuten sondern pro übertragener Datenmenge gemessen.

Das Gesamtvolumen im Datenverkehr stieg 2008 um 50 Prozent auf fast 2,5 Milliarden Gigabyte. Umgerechnet entspricht das laut BITKOM etwa der Datenmenge von 3,6 Milliarden CD-ROMs. Wollte man sie alle nebeneinander in ein Regal stellen, ergäbe das eine Strecke von rund 4.300 Kilometern – das wäre die Strecke von Berlin bis zur Atlantikinsel Gran Canaria.

In diesem Jahr soll das Datenvolumen nochmals um 50 Prozent wachsen: „Zur starken Zunahme des übertragenen Datenvolumens sorgen nicht nur die vielen neuen Breitband-Anschlüsse, sondern auch neue und datenintensive Anwendungen wie Fernsehen, Video-Downloads, Toto- und Videoangebote, Web 2.0-Plattformen oder Internet-Radio“, kommentiert BITKOM-Präsident Scheer die aktuellen Prognosen.

Autor: FN