06.08.2009

Ericsson und Vodafone starten neues Breitband Internet Projekt

Der schwedische Ausrüster Ericsson und der Netzbetreiber Vodafone testen gemeinsam den Einsatz von ehemaligen TV-Frequenzen (die so genannte Digitale Dividende) für Breitband-Internet. Im sächsischen Kurort Oberwiesenthal wurde jetzt ein weiteres Modellprojekt der beiden Telekommunikationskonzerne gestartet.

Ericsson und Vodafone testen Digitale Dividende

Das erste Testprojekt für mobiles Breitband auf dem Land über Ex-TV-Frequenzen war vor einiger Zeit in den Gemeinden Bopfingen und Unterschneidheim in Baden-Württemberg angelaufen. Im Rahmen dieser Testläufe wollen Ericsson und Vodafone erproben, wie ländliche Gebiete unter Alltagsbedingungen mit breitbandigen Internet-Zugängen über freigewordene Fernsehfrequenzen versorgt werden können.

150 Testhaushalte in Süd- und Ostdeutschland

Etwa 50 Haushalte und Unternehmen wurden in Oberwiesenthal mit Routern von Ericsson ausgestattet, in Bopfingen/ Unterscheidheim nehmen rund 100 Probanden an dem Testprojekt teil. Bei den ausgegebenen Ericsson-Geräten handelt es sich nicht um Prototypen, die Router kommen in Australien bereits kommerziell zum Einsatz. Bis Mitte 2010 erhalten die Tester im Rahmen der beiden Modellprojekte so einen kostenlosen Internet-Zugang.

Die Erlaubnis der Bundesnetzagentur zur Nutzung der Testfrequenzen endet im Herbst 2010. Wie die beiden Telekommunikationskonzerne weiter mitteilen, soll das Funksystem auch in landschaftlich anspruchsvollen Gebieten getestet werden.

Höhere Reichweite im Niedrig-Frequenz-Spektrum

Während herkömmliche UMTS-Netze über die Frequenzen um 2,1 Gigahertz funken, arbeitet das hier verwendete Funksystem im niedrigen Frequenzspektrum bei 850 Megahertz. Die Funkwellen haben so eine deutlich höhere Reichweite.

Nach eigenen Angaben stellt der schwedische Ausrüster Ericsson für die Modellprojekte die Systemtechnik High Speed Packet Access (HSPA) zur Verfügung: Der UMTS-Turbo bietet gesteigerte Transferraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Download beziehungsweise bis zu 2,0 Megabit pro Sekunde im Upload.

Autor: FN