03.09.2009

Kostenfalle Daten-Roaming

Mehr als 48.000 Euro versurfte ein deutscher Urlauber auf einer Reise in Kroatien. So stand es zumindest auf der Mobilfunkrechnung, die den Laptop-Nutzer nach den Ferien zu Hause erwartete. Offenbar war dem Arbeitnehmer nicht bewusst gewesen, dass seine Daten-Flatrate nur in den deutschen Netzen und nicht im Ausland gültig ist.

Der Mann war mit dem Dienst-Notebook verreist und hatte sich in Kroatien ins Internet eingewählt. Der Arbeitgeber, ein Fitnessgeräte-Hersteller konnte sich mit dem Mobilfunkanbieter auf eine Rechnungssumme von 31.000 Euro einigen. Für diesen immer noch stattlichen Betrag muss der Urlauber nun selbst aufkommen, berichtet der Nachrichtendienst beck-aktuell. So geht es aus einem Beschluss des Arbeitsgerichtes Frankfurt am Main hervor, das den inzwischen entlassenen Arbeitnehmer zu Schadenersatz an das Unternehmen verurteilte.

Vorsicht in Ländern außerhalb der Eurozone

Nach wie vor scheint einigen Mobil-Surfern nicht bewusst zu sein, dass Daten-Flatrates (wie auch andere Tarife) in der Regel nur für die inländischen also deutschen Netze gelten. In den Urlaubsländern Kroatien, Norwegen, der Schweiz und der Türkei kommt noch ein weiteres Problem hinzu: diese Staaten gehören nicht zur Europäischen Union. Somit gelten nicht die herkömmlichen Euro-Tarife, sondern oftmals die wesentlich teureren Welt-Tarife.

Wie im Falle des oben genannten Kroatienurlaubers erheben die Mobilfunkanbieter den Anspruch, dass Nutzer sich vor Antritt der Reise über die Tarifsituation im Urlaubsland informieren müssen. Hohe Mobilfunkrechnungen nach der Heimkehr sind daher in der Regel gültig, Unwissenheit über die tatsächlichen Tarifkonditionen wird vor Gericht kaum akzeptiert.

Internet-Café oder WLAN-Hotspot als sichere Alternative

Einige wenige Mobilfunkbetreiber berechnen für Kroatien die selben Gebühren wie für die europäische Union, allerdings nur in ausgewählten Tarifen. Der Service Provider Telefónica o2 hingegen hat Kroatien und die Schweiz für Handy-Nutzer mit Laufzeitvertrag gerade erst im Juni aus der günstigeren Tarifzone 1 entfernt.

Die EU arbeitet daran, das Daten-Roaming gesetzlich zu regeln. Bis ein einheitliches Preisgefüge europaweit verabschiedet wird, müssen sich Mobil-Surfer vor Auslandsreisen gut informieren. Sollte es dennoch zu einer unangenehmen Mobilfunkrechnung kommen, kann der Verbraucher im Einzelfall an die Kulanz des Mobilfunkunternehmens appellieren. Wer ganz sicher gehen will und hohe Roaming-Gebühren vermeiden möchte, sollte im Urlaub ein Internet-Café aufsuchen oder einen öffentlichen WLAN-Hotspot nutzen.

Autor: FN