15.09.2009

Vodafone nutzt Digitale Dividende für LTE

Online-Surfen mit dem Laptop oder Smartphone macht Spaß, vor allem, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit hoch ist. Inzwischen sind fast alle deutschen Mobilfunknetze mit dem UMTS-Turbo High Speed Packet Access (HSPA) aufgerüstet, der Datenraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Download bietet.

Der UMTS-Nachfolger Long Term Evolution (LTE) verspricht indes noch schnellere Surf-Geschwindigkeiten: Von 100 Megabit pro Sekunde ist die Rede, langfristig könnten es sogar 300 Megabit im Downstream werden. Die ehemaligen TV-Frequenzen der so genannten „Digitalen Dividende“ sollen ebenfalls dazu beitragen, dass die mobile Datenübertragung schneller wird. Das besagte Frequenzspektrum bietet eine höhere Reichweite für die Mobilfunksignale.

Modellprojekt gegen die DSL-Löcher

Der Netzbetreiber Vodafone und der chinesische Ausrüster Huawei Technologies haben ein gemeinsames Testprojekt angekündigt: noch in diesem Sommer soll ein LTE-Test gestartet werden. Die Unternehmen wollen sich nach eigenen Angaben auf die Breitbandabdeckung von DSL-unterversorgten ländlichen Regionen konzentrieren. Außerdem soll ermittelt werden, wie LTE mit anderen Technologien, zum Beispiel dem digitalen Fernsehen oder dem Digitalradio auskommt. Diese funken auf benachbarten Frequenzen.

„Vodafone ist aktiv daran beteiligt, führende Breitband-Dienste in Deutschland zugänglich zu machen“, sagte Hartmut Kremling, technischer Direktor von Vodafone Deutschland in Bezug auf das Kooperationsprojekt mit Huawei. „Durch eine Zusammenarbeit mit den lokalen Telekommunikationsbehörden und durch die Nutzung der umfassenden LTE-Expertise und Erfahrung von Vodafone und Huawei sind wir überzeugt, dass der Test erfolgreich sein wird“, so Kremling.

Erster Testlauf mit Ericsson

Vodafone hat bereits vor einigen Wochen ein erstes LTE-Projekt gestartet: Der Testlauf in Oberwiesenthal in Sachsen wird zusammen mit dem schwedischen Ausrüster Ericsson umgesetzt und nutzt ebenfalls Frequenzen aus der Digitalen Dividende.

Der Zugang zu einer schnellen Internet-Verbindung sei mittlerweile beruflich und privat praktisch unabdingbar, betonte Vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht anlässlich des Projektstarts in Sachsen. Trotzdem hätten schätzungsweise sechs bis acht Prozent der deutschen Haushalte noch keinen Zugang zu Breitband-Internet, so Ebrecht. Das will Vodafone in naher Zukunft offenbar ändern.

Autor: FN