17.09.2009

O2 fordert neue Regeln für Frequenz-Versteigerung

Die Vorbereitungen für die größte deutsche Frequenz-Versteigerung laufen auf Hochtouren. Bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) rauchen die Köpfe, inzwischen haben alle deutschen Mobilfunknetzbetreiber ihre Erwartungen öffentlich gemacht. Auf einer Pressekonferenz forderte o2 konkrete Maßnahmen, um das Ungleichgewicht zwischen den großen und kleinen Bietern auf der Frequenzen-Auktion zu beseitigen.

Anfang 2010 soll die zweite bundesweite Versteigerung von UMTS-Frequenzen stattfinden. Wie im Jahr 2000 ist das Interesse der Mobilfunkanbieter an den neuen Funkfrequenzen sehr groß, zumal gerade die ehemaligen TV-Frequenzen (Digitale Dividende) technische Vorteile für den Ausbau der mobilen Breitbandnetze versprechen.

Bietbeschränkung für die D-Netzbetreiber

Bei der Auktion vor neun Jahren konnten die großen Anbieter T-Mobile und Vodafone bessere Frequenzen für sich erwerben und leistungsstarke D-Netze aufbauen. Die kleineren Bewerber wie o2 und e-plus mussten sich mit Frequenzen über einem Gigahertz begnügen und konnten lediglich E-Netze aufbauen. Dieser „historische Nachteil“ solle jetzt wettgemacht werden, forderte o2.

Für die D-Netzbetreiber müsse es eine Bietbeschränkung geben: Die beiden großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone sollten maximal 2 mal 5 Megahertz (MHz) ersteigern können, so der Vorstoß von o2. Den kleinen E-Netzbetreiber hingegen müsse ein Anspruch auf maximal 6 mal 5 Megahertz, also 15 Megahertz (gepaart) zugestanden werden. So sieht es auch der Entwurf der BNetzA für die kleinen Bieter vor.

Maximal 20 statt 22,5 MHz

„Kein Mobilfunkbetreiber darf über mehr als 20 Megahertz (gepaart) im Bereich unter einem Gigahertz verfügen“, erklärte Markus Haas, Geschäftsführer und Regulierungsexperte bei o2. Die D-Netzbetreiber verfügen bereits über jeweils 12,4 Megahertz. Nach dem Willen von o2 wäre für die Großen bei 17,4 Megahertz (gepaart) Schluss mit dem Frequenzkauf.

Die BNetzA definiert derzeit eine Maximalgrenze („Spektrumskappe“) von 22,5 Megahertz (gepaart). Die E-Netzbetreiber hatten im Rahmen der ersten Versteigerung vor neun Jahren lediglich Frequenzblöcke von je 5 Megahertz (gepaart) erhalten. „Man muss die historische Frequenzverteilung berücksichtigen und darf mit der Vergabe der Digitalen Dividende nicht die bestehende Ungerechtigkeit zwischen D- und E-Netzen weiter manifestieren“, so die Begründung von o2.

Rückgabe oder Verkauf von Frequenzen vor der Auktion

Eventuell ließe sich das Ungleichgewicht auch durch eine Rückgabe von Frequenzen im Vorfeld der Auktion beseitigen, heißt es von Seiten des Münchner Netzbetreibers: Die D-Netzbetreiber könnten je 2,4 Megahertz von ihren 12,4 Megahertz an die Regulierungsbehörde zurückgeben oder an die E-Netzbetreiber verkaufen.

Auch der Tausch von Frequenzen untereinander sei eine Möglichkeit. Dann könnte der Entwurf der BNetzA, in dem Bietrechte von maximal 10 Megahertz (gepaart) für T-Mobile und Vodafone vorgesehen sind, bestehen bleiben.

Autor: FN