23.09.2009

Mehr Bandbreite = mehr Lebensqualität?

Von „unterversorgten Regionen“ ist in der Breitband-Debatte häufig die Rede, von der „digitalen Kluft“ zwischen (Breitband-)armen und –reichen Verbrauchern und von der so genannten „Breitband-Offensive“ der Bundesregierung. Internet-Anschlüsse mit hohen Bandbreiten gelten inzwischen als Indikator für Lebensqualität, so scheint es.

Auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Keine Zukunft ohne Breitband“ in Berlin diskutierten Experten aus der Mobilfunkbranche unlängst über den Sinn und Zweck von Megabit, Gigabit und Terabit pro Sekunde. Mögen sich Soziologen noch über Pro und Contra der digitalen Gesellschaft die Köpfe zerbrechen, für die meisten Technikspezialisten steht fest: je mehr Bandbreite, desto besser.

Datenintensive Anwendungen nehmen zu

Leistungsstarke Verbindungen sind nötig, um die Kunden per Festnetz oder Mobilfunk zu versorgen. Und auch das dahinter liegenden Netz kann nur sinnvoll angebunden werden, wenn hohe Bandbreiten zur Verfügung stehen. Schon jetzt belaste vor allem der Peer-to-Peer-Traffic die Netze sehr stark, betonte Dr. Stefan Scholz, CTO von Nokia-Siemens-Networks auf der Veranstaltung in Berlin.

Die Zukunft wird noch wesentlich Daten-lastigere Applikationen bringen, das sind sich die Experten einig: Man denke beispielsweise an Mobile TV, das Massen an Bandbreite verschlingt, wenn es qualitativ hochwertig sein soll. Ein anderes Schlagwort ist das so genannte „Cloud Computing“, eine ebenfalls sehr Bandbreiten-intensive Anwendung.

"Herzstück der Gesellschaft"

Manche IT-Spezialisten gehen sogar noch weiter: Sie sehen das Mobilfunknetz bereits als „Herzstück der Gesellschaft“, der Netzausbau sei da praktisch schon eine philosophische Frage.

Philosophie hin oder her, fest steht, dass eine gute Anbindung ans Breitband-Netz für so manchen Mittelständler bereits eine existenzielle Angelegenheit ist. Und die Aussage, dass die gesellschaftliche Bedeutung der Netzinfrastruktur in Zukunft noch weiter steigen werde, verwunderte auf dem Treffen in Berlin wohl keinen der Teilnehmer.

Autor: FN