28.09.2009

3G MicroCell: AT&T testet UMTS-Femtozelle

Das tollste UMTS Handy nützt nichts, wenn der Netzempfang schwächelt. Diese Erfahrung müssen Mobilfunkkunden überall auf der Welt machen. Der US-amerikanische Netzbetreiber AT&T hat jetzt eine neue Strategie entwickelt, wie man die UMTS Abdeckung im Land verbessern will.

„3G MicroCell“ lautet das Zauberwort: Dabei handelt es sich um eine kleine UMTS-Basistation für zu Hause, eine so genannte Femtozelle. Das Gerät stellt ein eigenes Breitband-Mobilfunknetz her. Die Daten werden dann über eine bestehende Internet-Leitung ins Netz geschickt. Flankiert wird die 3G MicroCell von einem attraktiven Tarifangebot.

Femtozelle plus gratis Telefon-Flat

Wie der Technik-Blog Engadget Mobile berichtet, wirbt AT&T mit einer kostenlosen Telefon-Flatrate um Kunden für sein Femtozellen-Projekt. Interessenten zahlen 20 US-Dollar für die kleine Basisstation, neben dem UMTS-Netzwerk enthält die monatliche Grundgebühr auch eine Telefon-Flat.

Im Gegensatz zu den deutschen Anbietern unterscheiden die US-amerikanischen Netzbetreiber nicht zwischen Festnetz- und Mobilfunk-Anschluss, so dass der Pauschaltarif für alle Zugänge gilt.

Testversuch in North Carolina

Derzeit wird die 3G MicroCell in einem öffentlichen Feldversuch in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina getestet. Auf dem offenen Markt gibt es die AT&T-Femtozelle und das einhergehende Tarifmodell noch nicht. Bei Engadget Mobile vermutet man, dass die attraktive Preisstruktur wohl eher nur für das Testprojekt vorgesehen ist. Das UMTS Netz der 3G MicroCell kann auch von AT&T-Kunden in der näheren Umgebung der Zelle genutzt werden. Über das private Breitband-Netz lassen sich Nachrichten verschicken, Telefonate führen und Web-Services nutzen. AT&T hat einen GPS-Empfänger in die Mini-Basisstation integriert, um sicherzustellen, dass die Femtozelle nicht außerhalb des eigenen Marktes genutzt wird, beispielsweise im Ausland.

Die Femtocell-Technologie wird auch in Deutschland seit einigen Jahren diskutiert, bislang gibt es aber keine konkreten Angebote. Nicht zuletzt deswegen, weil die Breitband-Versorgung hierzulande relativ gut ist: Marktführer T-Mobile bietet zwar noch keine flächendeckende UMTS-Versorgung, aber Geschwindigkeiten von bis zu 220 Kilobit pro Sekunde (EDGE) sind überall im Land verfügbar.

Autor: FN