17.12.2009

EDGE Evolution macht UMTS Konkurrenz

Gute Nachricht für alle, die fernab der Metropolen leben und bislang die mobilen Datendienste nicht oder nur sehr langsam nutzen konnten - Ericsson macht das Mobilfunknetz der zweiten Generation (2G) mit einem neuen Datenturbo fit für schnelle Anwendungen: Edge Evolution heißt die neue, software-basierte Lösung.

Sie soll beim Herunterladen Geschwindigkeiten von einem Megabit pro Sekunde bringen. Bisher kam man mit Edge im Mobilfunknetz der zweiten Generation auf 220 oder 260 Kilobit pro Sekunde.

Die dazu nötige Software ist ab sofort verfügbar, sie wird derzeit in den 2G-Netzen von mehreren europäischen und asiatischen Mobilfunk-Betreibern getestet. Wann sie wo eingeführt wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Größter Schwachpunkt einstweilen: Kunden, welche irgendwann die neue Technik nutzen wollen, brauchen dann auch ein Endgerät – also Handy, Surfstick, Notebook oder Netbook - welches die neue Technologie unterstützt.

Mehr Internet für die dritte Welt – per Mobilfunk

Von der neuen Technologie könnten verschiedene Kundengruppen profitieren, da sind sich IT-Experten und die PR-Abteilung von Ericsson einig: In ausgebauten Netzen wie etwa Westeuropa könnte Edge Evolution als Ausweichmöglichkeit überall da fungieren, wo die schnelleren UMTS-Netze entweder noch nicht ausgebaut oder lückenhaft sind beziehungsweise mit zu geringer Signalstärke senden.

Noch mehr verspricht die neue Technik für Märkte in technologisch rückständigen Ländern, in denen das Festnetz nur sehr mangelhaft ausgebaut werden kann. Hier ist das Mobilfunk-Telefon schon heute das wichtigste Kommunikationsmittel – und Smartphones oder preiswerte Netbooks könnten in weiten Teilen dieser Länder bald den Zugang zum Internet mit mobiler Technologie möglich machen. So sieht das auch Ercsson-Vizepräsident Ulf Ewaldsson: „Edge Evolution verhilft nicht nur zu mobiler Breitbandversorgung ohne hohe Einstiegshürden. Mit dieser Technologie können Netzbetreiber auch in solchen Ländern mobile Breitbanddienste anbieten, in denen noch gar keine 3G-Lizenzen vergeben wurden. So stellt Edge Evolution einen weiteren Schritt dar, die digitale Kluft weltweit zu schließen.“

Erneuerung der Software in der Basisstation reicht

Die neue Erweiterung wird ist nach Angaben von Ericsson denkbar einfach (und kostengünstig): Sie muss nur in den Basisstationen per Software-Update eingespielt werden.

In Deutschland setzt T-Mobile Edge in seinem Mobilfunknetz flächendeckend ein. Vodafone hat Edge oft nur dort verfügbar, wo es kein UMTS (also den schnelleren Mobilfunk der dritten Generation) anbieten kann. Hierzulande könnten also vor allem Regionen, die bisher keinen schnellen Mobilfunkanschluss ans Internet haben von Edge Evolution profitieren.

Ericsson: Das Unternehmen

Ericsson ist der führende Lieferant für Mobilfunknetze der zweiten Generation mit dem Datenbeschleuniger Edge. Weltweit versorgt das Unternehmen nach Angaben des Verbandes der Mobilfunkzulieferer (GSA) vom Juli 2009 insgesamt 443 der weltweit kommerziell tätigen Edge Netze. Das sind 60 Prozent der Netzwerke dieses Typs.

Das schwedische Unternehmen mit Sitz in Stockholm wurde 1876 gegründet. Zum Kerngeschäft gehören die Sparten Mobilfunktechnologie, Internet- und Multimediakommunikation sowie Telekommunikation, hier sind die Abnehmer vor allen Dingen Unternehmen wie beispielsweise Mobilfunkbetreiber, Netzbetreiber oder Provider. Es werden nach Angaben des Unternehmens, etwa 40 Prozent aller Mobilfunktelefonate weltweit über Ericsson-Netze geführt. Das Joint Venture Sony Ericsson der beiden namensgebenden Firmen bietet Mobiltelefone für Privatkunden.

Ericsson ist in 175 Ländern aktiv. Das Unternehmen hatte 2008 einen Umsatz von 209 Milliarden schwedische Kronen (etwa 20,1 Milliarden Euro). Es beschäftigt weltweit über 75000 Menschen. Das Joint Venture Sony Ericsson kam auf einen Umsatz von 13 Milliarden Euro.

Autor: ET