13.01.2010

Deutschland einig Breitband-Land

Deutschland liegt bei der Zahl schneller Breitband-Internet-Anschlüsse europaweit mit an der Spitze: Egal ob unterwegs per UMTS-Mobilfunk oder daheim mit einem DSL-Anschluss – immer mehr Deutsche wollen so flott wie möglich ins weltweite Informationsnetz. Die Bundesnetzagentur blickt folglich zufrieden auf das abgelaufene Jahr 2009 zurück.

„60 Prozent der Haushalte nutzen einen Breitband-Anschluss. Wir haben inzwischen alle großen Flächenländer wie Frankreich, England, Spanien und Italien beim Breitbandwachstum überholt und liegen weit über dem europäischen Durchschnitt“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2008/2009 für den Telekommunikationsbereich. „Nur kleinere Mitgliedsländer wie Luxemburg, Holland und Dänemark haben pro Kopf der Bevölkerung mehr Breitbandanschlüsse“.

Datenfunk wächst, Telefonie gesättigt

Auch im Mobilfunk spielt nach Auffassung der Bundesnetzagentur Breitband Internet inzwischen eine bedeutendere Rolle. Mehr als 15 Prozent aller Teilnehmer nutzten inzwischen regelmäßig - das heißt mindestens einmal innerhalb von drei Monaten - Datendienste über UMTS. Während sich die Anzahl der regelmäßigen UMTS-Nutzer von 2005 bis 2008 fast versechsfacht habe, sei das übertragene Datenvolumen im gleichen Zeitraum um mehr als das Fünfzigfache gestiegen. Für 2009 rechnet die Agentur nochmals mit einem starken Anstieg des Datenvolumens, dazu trügen neben gesunkenen Preisen für die mobile Datennutzung auch der breite Ausbau der UMTS-Netze und die gestiegene Anzahl passender Endgeräte bei.

Die Teilnehmerzahl im Mobilfunk ist seit 2008 nicht mehr so stark gewachsen wie in früheren Jahren und nähert sich der Sättigung. Zum Ende des dritten Quartals lag die Teilnehmerzahl bei 108 Millionen Kunden, so dass auf jeden Einwohner etwa 1,3 SIM-Karten entfallen. Die Anzahl der Kunden von Discountanbietern steigt allerdings weiter. Während Ende 2007 nur etwa 12 Millionen Kunden diesem Segment zuzurechnen waren, gab es zum Ende des ersten Quartals 2009 bereits mehr als 20 Millionen Kunden, was einem Marktanteil von fast 20 Prozent entspricht. „Vor allem die Netzbetreiber erreichen über verbundene Unternehmen und Zweitmarken, die günstige und übersichtliche Tarife anbieten, immer mehr Kunden“ so die Bundesnetzagentur in ihrer Presseerklärung.

Kabelmarkt wächst weiter, DSL dominiert

Auch der Breitbandmarkt wächst nach Ansicht der Bundesagentur im Bereich Kabelanschluss weiter, wenngleich sich die Dynamik der letzten Jahre deutlich abgeschwächt habe. 2008 wurden 3 Millionen neue Breitbandanschlüsse vermarktet, das waren 1,6 Millionen Neuschaltungen weniger als im Vorjahr. Für 2009 sei mit einem ähnlichen absoluten Zuwachs zu rechnen. Ende des ersten Halbjahres 2009 gab es insgesamt 24,1 Millionen Kabel-Breitbandanschlüsse.

"Die abflachende Wachstumskurve dürfte weniger der Wirtschaftkrise geschuldet sein als mehr der Tatsache, dass sich die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen langsam der Sättigungsgrenze nähert. Die Breitbandpenetration bezogen auf die Zahl der Haushalte liegt derzeit schon bei über 60 Prozent", erläuterte Kurth. Die DSL-Technik sei dabei in Deutschland nach wie vor die überragende Breitbandanschlusstechnik: Gut 91 Prozent aller Breitbandanschlüsse sind DSL-Anschlüsse. Die Zahl der Breitbandanschlüsse via TV-Kabel wird nach den Prognosen der Agentur bis Jahresende voraussichtlich auf insgesamt 2,4 Millionen Anschlüsse steigen.

„TV-Kabelanschluss zunehmend attraktiv“

„Die zunehmende Attraktivität der TV-Kabelanschlüsse ist auf die zügige Netzmodernisierung zurückzuführen. Etwa 24 Millionen Haushalte können bei einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis Internetzugänge und VoIP-Dienste über die TV-Kabelinfrastruktur nutzen. Die Technik ermöglicht durchgängig sehr hohe Bandbreiten", erklärte Kurth.

„Nicht zuletzt dank der starken Zuwächse bei den TV-Kabelanschlussanbietern konnten die Wettbewerber der Deutschen Telekom insgesamt ihre Marktanteile bezogen auf sämtliche Breitbandanschlüsse weitgehend stabil halten. Seit 2007 halten sie einen Marktanteil von etwa 53 Prozent.“

Autor: ET