01.02.2011

E-Plus: Mit Discount-Preisen mobiles Internet für alle

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus will mit Billigpreisen den Datenfunk erobern. Seit 2005 habe man mit Simyo oder Base auf Flatrates und Discountpreise gesetzt und den Markt verändert, sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks: „Das werden wir nun konsequent auf den Datenbereich übertragen“. Dazu will das Unternehmen in diesem Jahr 700 Millionen Euro in den Ausbau des Datenfunknetzes stecken, so berichtet die Nachrichtenagentur dapd.

Ein Blick auf die Jahres-Bilanz 2010 zeigt: E-Plus gewinnt immer mehr Kunden, doch Umsatz und Gewinn steigen deutlich langsamer als die Kundenzahl.

Die Pläne zum mobilen Datenfunk

Bis Ende 2011 will E-Plus rund 75 Prozent seiner Kunden schnelles mobiles Internet bieten, auch bei der neuen und derzeit schnellsten Mobilfunktechnologie LTE will E-Plus dabei sein, so Dirks. „Auf absehbare Zeit werden wir auch LTE machen. Wann wir LTE in unserem Netzwerk aktivieren, entscheiden wir aber nach der Nachfrage und dem Vorhandensein von Endgeräten“ sagte ein E-Plus-Sprecher dem Infoportal golem.de. Als Ziel wird ein Marktanteil von 20 bis 25 Prozent genannt, derzeit liegt E-Plus – eigenen Angaben zufolge - bei 15,5 Prozent.

Schon im Oktober hatte Thorsten Dirks via Frankfurter Allgemeine Zeitung den Angriff im Bereich mobiles Internet angekündigt: „Es mag kess klingen, aber bis Ende 2012 wollen wir das beste Datennetz in Deutschland haben“ so der E-Plus-Chef damals. „Das Rattenrennen um den Rekord im LTE-Ausbau machen wir nicht mit“ so Dirks Anfang Oktober.

2010 entfielen 28 Prozent des Umsatzes pro E-Plus-Kunden auf Datendienste, diese Zahl blieb gegenüber dem Jahr 2009 konstant. In diesem Marktsegment stagniert E-Plus also einstweilen.

Bilanz 2010: Immer mehr Kunden geben immer weniger Geld aus

Bei E-Plus geben immer mehr Kunden immer weniger Geld aus, so zeigt ein Blick auf die Bilanz des Jahres 2010. Das Unternehmen freut sich über wachsende Kundenzahlen, doch die Gewinne steigen deutlich langsamer: 20,4 Millionen Kunden Ende 2010, das ist ein Plus von 7,6 Prozent.

Der Umsatz aus Mobilfunkleistungen stieg dagegen nur um 2,4 Prozent auf 3,09 Milliarden Euro; der EBITDA – also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – stieg um 3,1 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat (ARPU/Monat) sank um einen Euro von 14 auf 13 im Jahr 2010, das war ein Minus von 7,1 Prozent.

„2010 erfolgreichstes Jahr der Unternehmensgeschichte“

Von den 20,4 Millionen Kunden nutzen 13,36 Millionen Prepaid-Karten, 7,07 Millionen haben Laufzeitverträge (Postpaid). Erfolge kann das Unternehmen auch im Bereich der Smartphones verzeichnen: Über fünfzig Prozent der von E-Plus vertriebenen Endgeräte sind mittlerweile Smartphones. Besonders stolz ist man bei E-Plus auf die EBITDA-Marge also das Verhältnis von Umsatz einerseits und Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen andererseits. Die liegt bei 42,4 Prozent.

Insgesamt zeigt man sich bei E-Plus sehr zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: „2010 war das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte“, sagt E-Plus-Chef Thorsten Dirks. „Und mehr als das: Wir haben in den vergangenen Monaten viele strategische Weichen gestellt, dank derer wir 2011 unseren Erfolgskurs fortsetzen werden. Dafür haben wir auch das Geschäft mit mobilen Daten als Schwerpunkt identifiziert und wollen mobiles Internet für alle zur Realität werden lassen“.

Autor: ET