08.05.2013

Billig-Tablet kommt mit Gratis-Internet

In Indien soll ein Tablet auf den Markt kommen, dass umgerechnet nur 40 US-Dollar pro Stück kosten soll. Der Hersteller DataWind will auch einen kostenlosen Zugang zu mobilem Internet anbieten. Allein durch den Verkauf von Apps und Dienstleistung verspricht sich das Unternehmen Gewinne.

Die indische Regierung erteilte den Auftrag für die Billig-Tablets und bestellte 100.000 Stück des Modells Aakash 2. Bis zum 31.März 2013 sollen die Geräte ausgeliefert werden. Eine Studie über die Entwicklung der PC-Branche verriet, dass Heim-Computer erst populär wurden, als sie eine bestimmte Preisgrenze unterschritten. Das gleiche Konzept möchte DataWind auch für Tablet-PCs anwenden.

Mit Billig-Tablets auf dem Markt durchstarten

In der Standard-Version verfügt das Aakash 2 nur über WLAN. Für 83 Dollar soll jedoch auch eine Version für mobile Datennutzung verkauft werden. Eine zugehörige Flatrate soll vorerst zwei Dollar im Monat kosten. Der Firmenchef Singh Tuli möchte allerdings in den nächsten 18 Monaten den Preis der Tablets auf 25 Dollar senken und die Datenflatrate kostenlos anbieten, äußert er in einem Interview mit Technology Review.

"Wir haben eine Studie durchgeführt, um zu verstehen, wann die PC-Branche in den USA wirklich durchgestartet ist. Unserem Ergebnis nach begann es, als die Kosten so weit gefallen waren, dass sie nur noch bei 20 Prozent des Monatseinkommens lagen.", so der Geschäftsführer von DataWind. In Indien würde ein dieses Prinzip für rund eine Milliarde Menschen bei 50 Dollar pro Tablet-PC zutreffen.

Einnahmen durch Dienstleistung und Anwendungen

Einnahmen sollen dann in erster Linie durch den Appstore erwirtschaftet werden. Es werde Anwendungen geben, die Marktchancen im Milliarden-Dollar-Bereich liefern, so Tuli. Der Konzern erhofft sich, durch an indische Strukturen angepasste Apps auf großen Zuspruch zu stoßen.

Eine Gruppe von Studenten siegte mit einer Handelsanwendung bei einem Programmierwettbewerb des Unternehmens DataWind. Unter dem Namen „Fruit Walas“ entwickelten die Studenten eine App, die für rund fünf Millionen Menschen in Indien höchst interessant sein könnte. Bei der Personengruppe handelt es sich um die besagten Fruit Walas, das sind Verkäufer von Früchten aus einem Wagen. „Die Studenten schufen eine grafisch intuitive Anwendung, mit der sie ihr Geschäft verwalten können“, erklärt Tuli und liefert somit ein Beispiel, wie mit dem Billig-Tablet der Markt erobert werden könnte.

Autor: LS