16.05.2013

LTE ist kein Erfolgsgarant für Mobilfunkbetreiber

Der Ausbau des Netzstandards LTE ist für die europäischen Mobilfunkbetreiber wirtschaftlich sinnvoll. So fördert das schnelle mobile Internet beispielsweise den Verkauf von neuen Tarifen und Endgeräten. Trotzdem steht die Telekommunikationsbranche vor einem Umsatzrückgang von 1,8 Prozent bis zum Jahr 2016.

So lautet zumindest das Ergebnis einer Studie, die von der Strategieberatung Arthur D. Little (ADL) und Exane BNP Paribas herausgegeben wurde. Die zwölfte Ausgabe der jährlich stattfindenden Studie lautete „4G – going faster, but where?“. So standen der Ausbau und die Zukunft von LTE im Mittelpunkt der Untersuchungen.

LTE für Netzbetreiber wirtschaftlich erfolgsversprechend

Aus dem Bericht der Studie geht hervor, dass LTE für europäische Netzbetreiber wirtschaftlich durchaus erfolgsversprechend ist. So würden die 3G-Netze aufgrund immer höherer Datendurchsätze bald an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen, was den Wechsel zu LTE attraktiv mache. Außerdem könne man als Betreiber davon ausgehen, dass sich Kunden schnell an die Geschwindigkeit von LTE gewöhnen. Ein weiterer Punkt ist, dass immer mehr LTE-fähige Geräte auf den Markt kommen, was zu einem steigenden Absatz von LTE-Tarifen führen würde.

Dennoch Umsatzeinbußen bis 2016

Trotzdem geht aus der Studie hervor, dass es europäische Telekommunikationsbetreiber nicht leicht haben werden, mit LTE ein gutes Geschäft zu machen. Bis 2016  werden sie Umsatzeinbußen von 1,8 Prozent hinnehmen müssen. Mobilfunkbetreiber müssten für ein LTE-Smartphone einen monatlichen  Durchschnittsertrag von 17 Euro erwirtschaften, um Wachstum in dieser Branche zu gewährleisten. Bei 3G-Smartphones liegt dieser Wert derzeit bei 10 Euro, was die Rechnung unrealistisch erscheinen lässt.

ADL benennt fünf Faktoren, die zu besseren Ergebnissen der Betreiber führen könnten. Zum einen sollen neue Tarifstrukturen geschaffen und Partnerschaften untereinander zur Entwicklung neuer Dienste geknüpft werden. Die Kostenstrukturen müssen verändert und Small Cells und WiFi Offloads installiert werden. Außerdem schlägt ADL die Schaffung gemeinsamer Netze vor, was zusätzlich Kosten sparen soll. 

Kommerzieller Erfolg nicht nur mit LTE

Dr. Michael Opitz sieht in 4G einen kommerziellen Erfolg für Europa. Der Kopf der TIME Practice in Zentraleuropa bei Arthur D. Little glaubt jedoch nicht, dass damit allein die Preisgestaltungsmacht der Netzbetreiber wiederhergestellt werden kann. „Die europäischen Mobilfunkbetreiber sollten ihr Hauptaugenmerk auf eine Reihe von Innovationsfeldern richten, um das Wachstum anzukurbeln. Hierzu gehört etwa die Einführung gemeinsamer Datentarife, die in den USA bereits erfolgreich praktiziert wird.“, so Opitz.

Autor: LS