30.05.2014

EU will 4 Netzbetreiber in Deutschland

In Deutschland gibt es vier Mobilfunknetzbetreiber. Nun möchten zwei davon fusionieren, Telefónica o2 plant, den Konkurrenten E-Plus zu übernehmen. Das hat die EU auf den Plan gerufen: bei der EU-Kommission macht man sich Sorgen, durch den Zusammenschluss könnte der Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt beeinträchtigt werden. Daher soll es für die Fusion strikte Auflagen geben.

EU sieht Fusion von o2 und E-Plus kritisch

Die WirtschaftsWoche (WiWo) berichtete jetzt, dem Blatt lägen Vorschläge für ein Auflagenpaket vor. Damit wäre die geplante Fusion für EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia eventuell genehmigungsfähig. Fest steht, die EU möchte den Wettbewerb in Deutschland aufrechterhalten und will dazu einen vierten Marktteilnehmer fördern.

Abgabe von Frequenzen, Funkmasten und Shops an Neueinsteiger?

Gerüchten zufolge sollen o2 und E-Plus im Falle einer Fusion Frequenzen abgeben bzw. diese direkt wieder neu ersteigern müssen. Dieser Vorschlag kommt von der Bundesnetzagentur, die ohnehin ein neues Vergabeverfahren für Frequenzen, die Ende 2016 auslaufen, einleiten muss. Durch diese Auflage soll auch ein Neueinsteiger bessere Chancen bekommen, ein Mobilfunknetz in Deutschland aufbauen zu können. In dem Bericht der WiWo heißt es außerdem, neben dieser Maßnahme solle der Neuling von einer fusionierten Telefónica-E-Plus-Gruppe auch Standorte für Funkmasten, rund 200 Shops sowie ein Callcenter für Kundenservice bekommen. Angeblich habe der Telefónica-Konzern eine Frist bis zum 31. Dezember, um Verträge mit einem Neuling vorzulegen.

Mögliche Neueinsteiger: Hutchinson und Carlos Slim

Die anderen deutschen Netzbetreiber sind von den EU-Pläne erwartungsgemäß wenig begeistert. Für sie liegt die Zuständigkeit allein bei der Bundesnetzagentur, die Einmischung der EU-Kommission betrachten sie als Kompetenzüberschreitung.

Bereits seit einigen Jahren wird über einen Neueinsteiger in den deutschen Mobilfunkmarkt spekuliert. Der HongKong-chinesische Mischkonzern Hutchison, der in vielen Ländern unter der Marke „3“ aktiv ist, war lange Zeit ein heiß gehandelter Kandidat. Nun ist auch der mexikanische Milliardär Carlos Slim als möglicher Neueinsteiger aufgetaucht. Slim hatte bereits versucht, bei dem E-Plus-Mutterkonzern KPN einen Fuß in die Tür zu bekommen. Falls es keinen Neueinsteiger gebe, habe die BNetzA einen Plan B schreibt die WIWo weiter. Dieser Alternativplan sehe vor, dass Mobilfunkanbieter wie United Internet (1&1) und Freenet, die kein eigenes Netz besitzen, weitere Zugriffsrechte bekommen. Nähere Angaben dazu machte die Zeitung jedoch nicht.

Autor: FN