05.06.2014

Mobiles Internet 2014: Was wird aus dem mobilen Internet?

Die Mobilfunknetze werden kontinuierlich erweitert, dennoch stoßen die Netzbetreiber an ihre Grenzen. In manchen Regionen der Welt ist es schlichtweg unmöglich, ein Funknetz aufzubauen. Außerdem steigt der Daten-Traffic in den bestehenden Netzen überproportional schnell an, so dass die Netzbetreiber mit den Ausbaumaßnahmen kaum nachkommen. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich ein neuer Trend: der Offline-Modus.

Trend zum Offline-Modus

Unternehmen beginnen inzwischen damit, mobile Anwendungen so zu entwerfen, dass sie auch ohne eine Mobilfunkverbindung - also offline – genutzt werden können. Bald wird es immer mehr Karten- und Navigations-Apps fürs Smartphone geben, die einen Offline-Modus unterstützen. Auch klassische Streaming Dienste für Musik und Videos werden zunehmend so programmiert, dass Songs und Clips offline abgespielt werden können. Beispielsweise bietet die mobile App von YouTube an, Videos für die Offline-Nutzung auf dem jeweiligen Gerät zu speichern. Sogar das größte soziale Netzwerk Facebook springt auf den Offline-Zug auf und bietet einen Modus an, mit dem man ohne Internet-Verbindung Posts erstellen kann. Diese werden dann automatisch aktualisiert, wenn das Smartphone wieder eine Verbindung zum Internet hat.

Mesh Networking: Kommunikation ohne Internet

Eine weitere Idee ist, die Endgeräte automatisch direkt miteinander kommunizieren zu lassen, wenn kein herkömmliches Mobilfunknetz zur Verfügung steht. Im Rahmen des Mesh Networking beispielsweise können Geräte über WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen miteinander kommunizieren. So funktioniert auch das Multipeer Connectivity Framework, das in Apples iOS 7 integriert wurde.

Beispiel Messenger-App FireChat

Die Messenger-App FireChat nutzt ebenfalls diese Möglichkeit. Die kostenlose Anwendung FireChat ist ein anonymer Chat-Client, mit dem sich Gespräche nicht nur ohne Login und Registrierung, sondern auch ganz ohne bestehende Internetverbindung führen lassen. FireChat kann derzeit 100.000 neuen Downloads am Tag vorweisen. Laut Hersteller erweitert die gratis Messenger-App ihre Nutzerbasis um 1,14 neue User pro Sekunde und konkurriert in den iTunes Charts inzwischen weltweit mit etablierten Größen wie Skype, WhatsApp und Facebook .

FireChat gestattet den Internet-freien Aufbau neuer Chats mit Nutzer in der unmittelbaren Umgebung und setzt dabei sowohl auf das Bluetooth- als auch auf das WLAN-Modul des iPhones. Spannend ist dabei, dass die Größe der selbstgeknüpften Netzwerke so gut wie keinen Einschränkungen unterliegt. Zunächst versammelte die Anwendung alle neuen Nutzer in nur einem globalen Chat-Raum, inzwischen wurden die Kapazitäten der Chat-Räume auf 80 aktive Nutzer begrenzt.  Verbinden sich weitere Nutzer, erstellt das Programm automatisch neue Chat-Räume.

Autor: FN