20.06.2014

Mobiles Internet auf Reisen

Wer verreist, möchte oft auch unterwegs Zugang zum mobilen Internet haben. Inzwischen haben Technik und Markt auf diesen Wunsch der Verbraucher reagiert: Es gibt vielfältige Angebote, um im Flugzeug, Zug, Bus oder Mietwagen mobil zu surfen. In der Regel läuft die mobile Online-Verbindung über einen drahtlosen WLAN-Zugang. Je nach Situation und Anbieter variieren die Preise erheblich.

Quelle: Meinfernbus

Die Redaktion des Fachmagazins Chip hat alle Reise-Internet-Angebote unter die Lupe genommen, lesen Sie hier eine kurze Zusammenfassung.

Teurer Spaß: Mobil Surfen im Flugzeug 

Mobiles Breitband im Flugzeug gibt es schon seit über 10 Jahren. Die Lufthansa bietet ihren Passagieren auf Langstreckenflügen mit FlyNet einen Zugang per Satellitentechnik an. Die Bandbreite liegt bei bis zu 50 Mbit/s, diese Übertragungsrate müssen sich alle eingeloggten Passagiere teilen. Ein 2-Stunden-Ticket für FlyNet kostet 10,95 Euro, ein 24-Stunden-Pass ist für 19,95 Euro zu haben. Immerhin bietet Lufthansa auch ein kostenfreies Infotainment- Programm. Auch das Einloggen ins VPN-Netzwerk der eigenen Firma ist möglich. Mobiles Internet ist bei praktisch allen Airlines relativ teuer. Völlig kostenfrei bieten den Webdienst nur wenige Fluggesellschaften an, wie zum Beispiel Norwegian.

Fernbusse: gratis WLAN gehört zum Standard

Fernbusse sind als flexibles und günstiges Transportmittel für die Reise so beliebt wie noch nie. Praktisch alle Fernbusanbieter haben ihre Flotte schon ganz oder teilweise mit WLAN ausgerüstet. Im Gegensatz zum Flugzeug ist der Service im Bus zudem kostenfrei. Die meisten Busunternehmen setzen bei der Anbindung auf UMTS. Für die Fahrgäste bedeutet das: pro UMTS-Router im Bus können sich nur acht Personen einloggen, die maximale Übertragungsrate liegt bei 7,2 Mbit/s. Einige Unternehmen wie MeinFernbus setzten aktuell zwei UMTS-Router pro Bus ein. Auf Dauer liegt die Lösung aber wohl in einer Aufrüstung mit dem 4G-Standard LTE: damit sind Datenraten von 50 bis 70 Mbit/s möglich. Die ADAC Postbusse sind bereits mit jeweils zwei LTE-Routern pro Bus ausgestattet.

Mietwagen: mobiles Internet per UMTS oder LTE

Mobiles Internet im Mietauto ist derzeit noch kein Standard-Angebot. Der Autovermieter Sixt stellt bei seinen Mietfahrzeugen der Marke BMW einen kostenfreien Webzugang zur Verfügung. Genutzt wird dazu die BMW-Technik Connected-Drive: Ein LTE-Router in der Mittelkonsole übernimmt die Kommunikation ins Mobilfunknetz. Audie bietet mit Connect eine ähnliche Technik an. Mercedes möchte sein Comand-Online-System bis spätestens 2015 mit einem LTE-Zugang ausrüsten.

Andere Autoverleiher wie Avis und Hertz haben zwar keine Autos mit LTE im Programm, stellen den Kunden dafür aber einen mobilen UMTS-Router mit SIM-Karte zur Verfügung. Kostenpunkt: ab 8,50 Euro pro Tag. Das hat den Vorteil, dass der Kunde den Router aus dem Wagen einfach mit ins Hotel nehmen und auch dort nutzen kann. Grundsätzlich gilt aber: Die Mobilfunknutzung funktioniert nur im Land der Anmietung und Roaming wird nicht unterstützt.

Zug: WLAN im ICE

Mobiles Internet per WLAN-Hotspot steht derzeit nur in ICE-Zügen zur Verfügung. Die Deutsche Bahn bietet die Hotspots zusammen mit der Telekom an. Da noch nicht alle ICEs mit einer mobilen Breitbandversorgung ausgestattet sind, ist es ratsam, schon bei der Buchung zu fragen, welche Zugverbindung einen Hotspot hat. Laut Bahn sollen in kürze alle 255 ICEs mit Hotspots ausgestattet sein. Der Tagespass für den Telekom-Hotspot kostet 5 Euro.

Stabilität und Tempo der mobilen Internetverbindung im Zug sind allerdings noch verbesserungswürdig: Selbst bei guter Netzabdeckung muss der Nutzer sich den Webzugang mit anderen Fahrgästen teilen. Darüber hinaus ist Internet im Zug ein ziemlich komplexes Thema aufgrund der Geschwindigkeit, der Tunnel, der Überlandfahrten.  Die Technologie Flash-OFDM kann zusammen mit LTE und UMTS-Routern im ICE laut Messung der Deutschen Bahn im Idealfall immerhin eine Bandbreite von bis zu 60 MBit/s erreichen. Besserung wird vermutlich nur ein kompletter LTE-Ausbau bringen, den das Unternehmen auch plant.

Autor: FN