25.07.2014

Internet-Surfgeschwindigkeit: realistische Werte von Bundesnetzagentur gefordert

Welche Internet-Download-Geschwindigkeit kann der Kunde tatsächlich erwarten, wenn er einen Vertrag bei einem Anbieter abschließt? Bislang mussten sich die Verbraucher auf die Angaben in der Werbung der Provider verlassen, die oftmals nicht dem realistischen Surftempo entsprechen. Das will die Bundesnetzagentur jetzt per Verordnung ändern, heißt es in einem Artikel des Online-Magazins teltarif.de.

Anbieter sollen realistische Angaben zur Internet-Download-Geschwindigkeit machen

Die BNetzA will in den kommenden Wochen einen endgültigen Entwurf für eine neue Transparenzverordnung vorlegen, das hatte der Chef der Behörde Jochen Homann in einem Zeitungsinterview angekündigt. Eine entsprechende Neuregelung könnte laut BNetzA im Herbst in Kraft treten. Telefon- und Internetanbieter sollen ihre Kunden nach dem Willen der Behörde künftig besser über die tatsächlich mögliche Internet-Surfgeschwindigkeit von Datenverbindungen informieren. Kunden sollten schon vor Vertragsabschluss auf realistische Werte hingewiesen werden, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur.

Werbung stellt immer nur die maximale Internet-Surfgeschwindigkeit heraus

Viele Anbieter stellten in der Werbung häufig immer noch eine nur theoretisch zu erreichende Höchstgeschwindigkeit heraus, so die BNetzA-Sprecherin. Dass dieser Wert nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich sei, erführen die Kunden oft nur aus dem Kleingedruckten – das sei nach Meinung der Behörde wenig transparent. Die Behörde wünscht sich deutlichere Aussagen zur realen Internet-Download-Geschwindigkeit. Verbindliche Zusagen einer bestimmten Internet-Speedrate seien jedoch nicht vorgesehen. Die beworbene Internet-Übertragungsrate eines Tarifs stimmt oft nicht mit der realen Internet-Bandbreite eines Anschlusses überein. Laut einer Studie der Regulierungsbehörde erreichen nur 16 Prozent der Verbraucher das in der Werbung angegebene Tempo. Allerdings gibt es dafür viele unterschiedliche Gründe.

Bald freie W-Lan-Routerwahl durch BNetzA-Initiative?

Aktuell kann jeder Anbieter selbst entscheiden, ob er seinen Kunden einen Wireless LAN-Router vorschreibt oder kundeneigene Alternativen akzeptiert. Der Zwang zu einem bestimmten Wireless LAN-Router wird oft umgesetzt, indem der Netzbetreiber seinen Kunden wichtige Zugangsdaten vorenthält - diese sind nur in einen geschützten Bereich des Routers einsehbar. Im Rahmen der Transparenzverordnung der BNetzA könnte auch diese Zwangsrouter-Regelung abgeschafft werden. Allerdings steht dieser Teil des Entwurfs noch unter Vorbehalt und muss noch geprüft werden. Auch der Bundestag muss den Vorschlägen der Bundesnetzagentur zustimmen.

Autor: Boe