15.08.2014

Schnellste Internet-Speedrate: Soll man DSL, LTE oder Kabel-Internet nutzen?

Schnelle Internet-Speedraten gibt es über DSL, das TV-Kabelnetz und seit einiger Zeit auch komplett kabellos über das LTE-Mobilfunknetz. Den Nutzern stehen also verschiedene Alternativen zur Verfügung, über welche Technologie sie ihr Internet beziehen wollen. Und auch an entsprechenden Tarif-Angeboten der Netzbetreiber mangelt es ihnen nicht. Inzwischen werden oft Komplettangebote mit Telefon- und Internetanschluss inklusive sogenannter Doppelflatrates angeboten.

Das Portal www.dsl.info ist der Frage nachgegangen, welcher Internet-Zugang zum jeweiligen Surfprofil passt und hat ein paar interssante Tipps für die Anbieter-Suche zusammengestellt.

Long Term Evolution als Altarnative zu DSL und Kabel

Einigen Nutzern wird diese Entscheidung ohnehin abgenommen. In vielen ländlichen Gebieten sind schnelle Internet-Download-Geschwindigkeiten via DSL noch ein rares Gut. Deshalb bestand die Bundesnetzagentur bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen auch darauf, beim Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes zunächst diese Regionen mit dem Highspeed-Internet zu versorgen. Über geeignete Router kann der Mobilfunkstandard 4G-Internet dann auch für stationäres Internet genutzt werden.

4G-Internet für zu Hause

Die deutschen Mobilfunknetz-Betreiber bieten hierfür verschiedene Tarif-Varianten an: gestaffelt nach dem inklusiven Datenvolumen und der maximalen Internet-Download-Geschwindigkeit. Grundsätzlich sind mit dem neunen 4G Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s möglich. Telekom Deutschland bietet seine LTE-Tarifpakete „Call & Surf Comfort via Funk“ in drei Größen an. Mit dem S-Paket können maximal 16 Mbit/s beim Surfen erreicht werden. Das Inklusivvolumen beträgt zehn Gigabyte. Zusammen mit einer Telefon-Flatrate in das deutsche Festnetz kostet dieser Tarif 34,95 Euro im Monat. Das nächstgrößere Paket liefert Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s bei 15 Gigabyte Inklusivvolumen. Dafür werden dann 39,95 Euro monatlich fällig. Mit der L-Variante des „Call & Surf Comfort“ können dann die maximalen LTE-Internet-Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht werden. Für 44,95 Euro monatlich gehören dann auch 30 Gigabyte Datenvolumen zu den Inklusivleistungen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass sich die LTE-Internet-Datenflats nicht unbegrenzt in voller Geschwindigkeit nutzen lassen. Sobald das maximale Datenvolumen erreicht wurde, drosselt die Telekom die Geschwindigkeit des LTE-Anschlusses radikal auf 384 Kbit/s im Download und 64 Kbit/s im Upload. Erst ab dem nächsten Abrechnungstermin steht den Nutzern dann wieder die volle Bandbreite zur Verfügung. Ähnlich handhaben es auch die Wettbewerber.

Begrenztes Inklusivvolumen, langsames Internet

Ebenfalls zu beachten ist, und das ist momentan noch eines der größten Probleme im LTE-Netz, je mehr Nutzer gleichzeitig von einer LTE-Zelle versorgt werden müssen, desto deutlicher sinkt die Internet-Speedrate für jeden Einzelnen. Das heißt, die tariflich vereinbarten Geschwindigkeiten können oft nur im Idealfall erreicht werden.

Kabel-Internet-Flats

Wesentlich stabiler sind dagegen nach wie vor Internetverbindungen über DSL. Komplettpakete mit Telefonanschluss gibt es hier von zahlreichen Anbietern. Die Berliner „Easybell“ bietet derzeit wohl das günstigste Angebot. Der Tarif „Komplett easy“ inklusive einem DSL-Anschluss mit bis zu 16 Mbit/s kostet im Monat nur 24,95 Euro. Zum Vergleich: Telekom Deutschland berechnet für den Tarif „Call & Surf Comfort“ 34,95 Euro monatlich. Der Anbieter 1&1 ist bei gleicher Leistung mit 34,99 Euro sogar nochmal etwas teurer.

Eine preiswerte Alternative sind daher oft Komplettpakete von TV-Kabelnetzbetreiber. Allerdings gibt es solche Angebote noch nicht bundesweit. Bisher nutzen nur die großen Kabel-Provider Kabel Deutschland, Unitymedia für Hessen und Nordrhein-Westfalen und Kabel BW für Baden-Württemberg diese Technik.

Bei Unitymedia und Kabel BW sind Pakete mit Internet- und Telefonflatrate bereits für monatlich 20 Euro erhältlich – bei zehn Mbit/s. Für Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s werden in den ersten zwölf Monaten 25 Euro fällig, danach steigt die Grundgebühr auf 33 Euro. Kabel Deutschland bietet Komplettpakete mit Internetgeschwindigkeiten von acht bis 100 Mbit pro Sekunde für bereits 20 bis 40 Euro pro Monat.

Eine allgemeingültige Empfehlung für welche Internetverbindung man sich entscheiden sollte, gibt es also nicht. Dennoch sollte Nutzern bewusst sein, dass es zum Teil günstige Alternativen zu den bisherigen DSL-Tarifen gibt. Nicht umsonst bereitet es Telekommunikationsanbietern Bauchschmerzen, dass sich jetzt auch Kabel-Anbieter in das Geschäft mit dem schnellen Internet einmischen.

Autor: Boe