21.11.2014

LTE-A: LTE-Ära schreitet mit LTE-Advanced weiter voran

Die Mobilfunk-Technik LTE hat sich in den letzten Jahren fest etabliert. Auch die Erweiterung LTE-Advanced verbreitet sich weltweit immer mehr. Dies berichtet die Interessenvertretung der Mobilfunk-Industrie GSA. Mit LTE-Advanced sind Geschwindigkeiten bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich.

1.800-MHz-Frequenzband für LTE-Nutzung beliebt

Der 4G-Mobilfunkstandard LTE hat sich weltweit etabliert. Bereits 331 Provider bieten in 112 Ländern ihre LTE-Netze an. Ende 2014 wird der Wert sogar noch einmal gestiegen sein und bei 350 Netzen liegen. Dies geht aus dem aktuellen Statusbericht zur Entwicklung der LTE-Mobilfunktechnik der Interessenvertretung GSA hervor.

Vor allem zwei Aspekte spielen in Bezug auf die Funktechnik eine wichtige Rolle: die Roaming-Möglichkeiten sowie die LTE-Gerätekategorie. Beim LTE-Roaming wird zumeist auf den Frequenzbereich um 1.800 MHz zurückgegriffen. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Geräte stetig an, die diese Frequenzen unterstützten.

150 kommerzielle LTE-Netze in 71 Ländern

Viele Netzbetreiber haben ihre GSM-Frequenzen für die LTE-Nutzung umgestellt. Dabei erfreut sich vor allem das 1.800er Band großer Beliebtheit, weil sich insbesondere Ballungszentren damit gut versorgen lassen. Eine 1.800er Basisstation kann beispielsweise doppelt so große Zellen aufspannen wie eine Basisstation, die den 2.600-MHz-Bereich verwendet. Die Telekom Deutschland beispielsweise bietet mit LTE im 1.800er Bereich Geschwindigkeiten bis zu 150 Mbit/s.

Mittlerweile werden in 71 Ländern 150 kommerzielle Netze auf dem 1.800-MHz-Band betrieben – entweder als Single-Band-System oder als Teil von Multi-Band-Systemen. Das sind rund 45 Prozent aller LTE-Netze. In 23 weiteren Ländern wird LTE 1.800 bereits vorbereitet. Allein in Nord-Amerika setzt man auf andere Bänder. Hier kommen für LTE vor allem die Bereiche 1.700 und 2.100 MHz sowie das 700-MHz-Band zum Einsatz.

LTE-Smartphones regieren den Mobilen-Geräte-Markt

Bisher sind laut der GSA mehr als 2.200 verschiedene LTE-Geräte angemeldet worden. 944 davon waren Modelle, die auf dem LTE-1.800-Band funken. 532 von diesen Geräten sind allein im letzten Jahr auf den Markt gekommen.

Bei dem Großteil der LTE-Geräte handelt es sich um Smartphones. 497 verschiedene Modelle verzeichnet die GSA. Das sind 52,6 Prozent aller derzeit erhältlichen mobilen Endgeräte, die LTE 1.800 nutzen. Tablets kommen mit 86 Produkten hingegen nur auf einen Marktanteil von 9,1 Prozent.

LTE-Advanced auf dem Vormarsch – entsprechende Geräte sind noch Mangelware

Auch die zweite große LTE-Ausbaustufe schreitet mit großen Schritten voran. Derzeit rüsten immer mehr Betreiber ihre Netze mit LTE-Advanced auf . Dabei wird vor allem auf die Trägerbündelung (Carrier Aggregation, CA) gesetzt. Damit können einzelne Spektrum-Blöcke zu virtuellen Trägern gebündelt werden. So kann beispielsweise eine Basisstation 1.800-MHz- und 2.600-MHz-Bänder kombinieren. Laut der GSA waren im August 2014 weltweit 60 Netzbetreiber mit LTE-Advanced (weitere Informationen zu LTE-A auf www.lte-advanced.de) beschäftigt. Das umfasst sowohl die Feldversuche als auch den kommerziellem Netzbetrieb.

Um LTE-Advanced nutzen zu können, braucht es Geräte, die LTE Cat6 unterstützen. Solche Geräte können dann theoretisch Datenraten bis zu 300 Mbit/s empfangen. Aktuell gibt es laut der  GSA weltweit 14 Geräte, die gemäß Cat6 das LTE-1800er Band nutzen. Hersteller oder Gerätenamen werden von der GSA nicht genannt.

Franzosen nutzen bereits LTE-Advanced in kommerziellen Netzen

In Europa betreiben seit diesem Sommer einige Provider Netze mit LTE-Advanced. So können sich beispielsweise die Kunden von Bouygues Telecom in Frankreich über Datenraten bis zu 300 Mbit/s freuen. Die französischen Netzbetreiber Orange France und SFR wollen dem Konkurrenten demnächst folgen.

In Deutschland sind derzeit noch keine konkreten Pläne für den LTE-Advanced-Ausbau bekannt. Was bekannt ist, ist, dass die deutschen Netzbetreiber bereits fleißig den schnellen Funkstandard testen. Die Telekom Deutschland beispielsweise hat bereits im Februar 2014 LTE-Advanced getestet und damit für Aufmerksamkeit gesorgt. Auch Telefónica Germany und Vodafone bereiten sich auf LTE-Advanced vor.

ES