27.11.2014

Mobiles Fernsehen braucht Tarife mit hohem Datenvolumen

Mobiles Fernsehen ist dank schneller Datennetze mit LTE keine Zukunftsvision mehr. Dennoch konnten sich Mobile TV Angebote noch nicht richtig durchsetzen. Der Grund: Es fehlen bisher geeignete Datentarife mit genug Datenvolumen.

Hohes Datenvolumen als Luxus-Gut

In den LTE-Netzen der deutschen Betreiber sind mittlerweile Geschwindigkeiten von 100, 150 oder sogar 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Eigentlich eine gute Voraussetzung für die Nutzung mobilen Fernsehens, wenn da nicht das Problem mit dem zu niedrigen Datenvolumen wäre.   

Die meisten Mobilfunktarife inkludieren ein monatliches Datenvolumen von 1, 3 oder 5 Gigabyte (GB). Das ist zu wenig, um Mobile TV Angebote zu nutzen. Die Telekom Deutschland vermarktet zwar einen LTE-Tarif mit 20 GB Volumen ("Complete Premium"), doch dafür verlangt der Netzbetreiber auch eine stattliche Summe von 150 Euro im Monat.

Mobiles Fernsehen hauptsächlich über WLAN-Anschlüsse

Mittlerweile bieten die Betreiber zwar die Möglichkeit an, zu den gebuchten Mobilfunktarifen zusätzliches Datenvolumen zu kaufen. Der Preis dafür kann jedoch nicht als günstig bezeichnet werden. Da verwundert es nicht, dass die datenintensive Anwendung des mobilen Fernsehens für viele Nutzer noch keine Option ist. 

Bisher nutzen lediglich 2,6 Millionen Menschen Mobile TV via Mobilfunk – und das auch nur gelegentlich. Das belegt der aktuelle Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten. Wenn Mobile TV genutzt wird, dann hauptsächlich über WLAN. Immerhin 3,2 Millionen Menschen nutzen mobiles Fernsehen über einen separaten DVB-T-Empfänger – und das obwohl im Mobilfunk kein separates Empfangsteil notwendig ist.

So lange es aber keine geeigneten Angebote mit genug Datenvolumen und bezahlbaren Grundgebühren gibt, wird mobiles Fernsehen in Deutschland weiterhin ein Schattendasein führen.

Autor: ES