28.11.2014

Haste mal nen Hotspot? Kostenloses WLAN-Surfen in Deutschland

Wer unterwegs via Smartphone oder Laptop im Internet surfen möchte, dafür aber keinen Vertrag abschließen oder viel Geld bezahlen möchte, kann sogenannte WLAN-Hotspots nutzen. Die ermöglichen nicht nur schnelles, sondern zum Teil auch kostenloses Surf-Vergnügen.

Kostenlose WLAN Hotspots (Foto: Wesley Fryer / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Das deutsche Problem mit der Störerhaftung

Laut einer Studie des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco gibt es hierzulande eine Million öffentliche WLAN-Zugänge. Doch nur 15.000 davon stehen Nutzern frei zur Verfügung. Pro 10.000 Einwohner sind das gerade einmal etwa zwei Hotspots. Im Ausland sieht die Versorgung deutlich besser aus. In Großbritannien kommen auf 10.000 Einwohner ganze 29 Hotspots, in Südkorea sogar 37.

Der Grund für die Deutsche Hotspot-Müßigkeit liegt vor allem in der sogenannten Störerhaftung. Danach haften Betreiber von Cafés, Restaurants oder Hotels dafür, wenn in ihrem WLAN urheberrechtlich geschützte Dateien illegal heruntergeladen werden. Eine verzwickte Situation. Denn stellen Gewerbetreibende keinen Hotspot zur Verfügung, gehen ihnen eine Menge Kunden durch die Lappen.

WLAN hat viele Vorteile

WLAN kann gegenüber anderen Funktechniken wie LTE oder UMTS mit einigen Vorteilen punkten: So sind WLAN-Hotspots auch an Orten verfügbar, wo schnelle Mobilfunknetze noch fehlen oder nicht ganz so schnell sind. Darüber hinaus müssen Nutzer keinen Vertrag für einen Daten-Tarif abschließen. Das Geld für eine Sim-Karte und gegebenenfalls für einen Surfstick kann gespart werden.

Ein weiterer Vorteil ist das unbegrenzte Volumen. Während Nutzer im Mobilfunknetz ab einem bestimmten verbrauchen Datenvolumen ausgebremst werden, gibt es im WLAN keine Beschränkung. Aber: Je mehr Menschen sich einen WLAN-Router teilen, desto langsamer wird auch hier die Surf-Geschwindigkeit. 

Kostenfreie WLAN-Hotspots gibt es unter anderem in Hotels, Flughäfen, Bahnhöfen, Zügen, Restaurants oder Cafés. Auch Betreiber wie die Telekom Deutschland und Kabel Deutschland stellen ein kommerzielles Hotspot-Netz bereit. Hinzu kommen freie öffentliche Kabellosnetze wie die WLAN-Community Freifunk.

Kostenloses WLAN in Hotels, Cafés und Restaurants

Viele Hotels bieten ihren Gästen mittlerweile einen kostenlosen WLAN-Zugang an. Bei den meisten beschränkt sich dieser jedoch auf den Lobby-Bereich. Wer in seinem Zimmer surfen möchte, muss hierzulande zumeist draufzahlen. Auf der Seite w-lan-hotels.de können Gäste Hotels suchen, die Gratis-WLAN im Zimmer anbieten.

Auch in zahlreichen Cafés und Gaststätten kann über WLAN kostenlos gesurft werden. Gute Anlaufstellen für Gratis-Hotspots sind die Ketten Starbucks und McDonalds. In Deutschland kann man bei der Kaffeehauskette Starbucks zwei Stunden lang kostenlos surfen. Danach kann das Internet über eine erneute Anmeldung kostenpflichtig weitergenutzt werden. Bei McDonalds sieht es ähnlich aus. Hier ist die erste Stunde in einem der 1.200 Hotspots gratis. Gesurft wird dabei im Netz der Telekom. Nach Ablauf der Gratis-Stunde kann der Kunde die normalen (kostenpflichtigen) Hotspot-Tarife der Telekom nutzen.

Immer mehr Bahnhöfe und Flughäfen stellen ihren Gästen WLAN zur Verfügung. Diese kostenlose Nutzung hat allerding eine Zeit- oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auf einigen deutschen Flughäfen können Gäste zumindest für eine bestimmte Zeit gratis im Internet surfen. In Köln/Bonn steht das WLAN den Nutzern sogar unbegrenzt zur Verfügung.

Telekom und Kabel Deutschland sind die WLAN-Hotspot-Mächte

Die Telekom und Kabel Deutschland betreiben überall in Deutschland verteilt zahlreiche WLAN-Hotspots. Laut der eco-Studie besitzen die Telekom (zusammen mit der spanischen WLAN-Community Fon) und Kabel Deutschland rund 75 Prozent aller Hotspots in Deutschland.

Beide Anbieter setzen bei ihrem kabellosen Netzwerk zum Teil auf Kunden, die ihren privaten WLAN-Zugang öffentlich zur Verfügung stellen. Dabei hat die von den Gästen verbrauchte Datenmenge keinen Einfluss auf die Leistung der Privatanschlüsse. Zudem haftet der Privatnutzer sowohl bei Kabel Deutschland als auch bei der Telekom nicht bei Verletzungen durch Dritte.

Kabel Deutschland: Täglich 30 Minuten Gratis-Surfen

Die WLAN-Hotspot-Flat oder Homebox-Option von Kabel Deutschland steht sowohl für Kunden als auch für Nicht-Kunden zur Verfügung. Kabel-Deutschland-Kunden, die eine WLAN- oder Homebox-Option gebucht haben, zahlen für die WLAN-Hotspot-Flat 4,99 Euro im Monat. Für alle anderen Internet-, Telefon- und TV-Kunden liegt die monatliche Gebühr für den Dienst bei 9,99 Euro. Für Nicht-Kunden kostet die WLAN-Hotspot-Flat für 19,99 Euro im Monat. Die Nutzung der rund 500.000 Hostspots ist unbegrenzt.

Neben dem WLAN-Dienst kann jeder die öffentlichen WLAN-Hotspots von Kabel Deutschland täglich ohne Registrierung für 30 Minuten kostenlos nutzen. Die Hotspots von Kabel Deutschland sind in allen Bundesländern verteilt – Ausnahmen sind Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Telekom-Hotspots auf Schienen, in der Luft oder auf Autobahnen

Die Hotspot Flat der Telekom, mit der Kunden an rund 50.000 WLAN-Standorten in Deutschland kostenlos surfen können, ist in einigen Telekom-Tarifen wie „MagentaMobil L Plus“ bereits enthalten. Alle anderen Kunden mit einem Telekom-Mobilfunk-Tarif können die Option „HotSpot Basic“ für 9 Cent die Minute hinzubuchen. Kunden eines Telekom-Festnetz-Tarifs können neben „HotSpot Basic“ die Option „WLAN TO GO“ wählen.

Wer keinen Telekom-Tarif hat, kann einen HotSpot Pass für einen Tag (4,95 Euro), eine Woche (19,95 Euro) oder einen Monat (29,95 Euro) buchen. Die Telekom bietet ihre Hotspots nicht nur an öffentlichen Plätzen an, sondern auch in Zügen der Deutschen Bahn, in Flugzeugen der Lufthansa sowie in Miet-BMWs von Sixt.

Freifunk: Freie Netze für alle

Die Initiative Freifunk betreibt eine nicht-kommerzielle Variante von freien WLAN-Hotspots. Dabei verfolgt der Anbieter den Ansatz „e-democracy“ von „unten“. Menschen bauen in Eigenregie freie Netzwerke auf. Jeder stellt seinen WLAN-Router für die öffentliche Nutzung zur Verfügung. So soll laut Freifunk „eine freie Infrastruktur“ entstehen. Das Ziel der Initiative ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke.

Öffentliche Hotspots sicher nutzen

Trotz aller Vorteile, die sich durch einen WLAN-Hotspot bieten, ist die Nutzung nicht ganz unbedenklich. Öffentliche Hotspots bieten auch immer eine Angriffsfläche für Hacker oder Schnüffel-Apps. Daher sollten Nutzer ein paar Dinge beachten, wenn sie in einem öffentlichen Netzwerk unterwegs sind.

Im offenen WLAN sollte man sich immer auf verschlüsselten Internet-Seiten bewegen. Diese erkennt man an dem „https“. Unverschlüsselte Seiten weisen am Beginn der Adress-Zeile nur ein „http“ auf.

Zudem sollten öffentliche Hotspots nur zum allgemeinen Surfen auf Seiten wie Google oder Youtube genutzt werden. Alles, wofür Nutzer sensible Daten wie Benutzername, Passwort oder Tan-Nummer benötigen, sollten sie lassen. Das gilt vor allem für Online-Banking.

Autor: ES