24.02.2015

Google und Apple machen mobil – und werden zur Konkurrenz für Mobilfunkanbieter

Google könnte demnächst zum Anbieter für mobiles Internet werden. Dies geht aus Berichten des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenseite "The Information" hervor. Dem zufolge hat Google bereits Verträge mit den US-Netzbetreibern Sprint und T-Mobile abgeschlossen. Auch Apple zieht es mit der sogenannten Apple-Sim auf den Mobilfunkmarkt. Ganz zum Verdruss der Netzbetreiber.

Google wird virtueller Netzbetreiber

Google drängt ins Mobilfunkgeschäft. Laut des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenseite "The Information" wurden bereits Verträge mit den Netzbetreibern Sprint und T-Mobile für die Mitbenutzung derer Netze unterschrieben. Somit wäre Google in der Lage, seinen Nutzern künftig eigene Mobilfunkprodukte anzubieten.

Sogenannte virtuelle Netzbetreiber, die die Netze der großen Anbieter mitbenutzen, sind in den USA keine Seltenheit. Die Netzbetreiber haben dadurch die Möglichkeit, ihre Netze besser auszulasten. Sollte Google mobiles Internet anbieten, müsste der Konzern den Kundenservice und die Abrechnung selbst übernehmen.

Apple überlässt Nutzern die Netzwahl

Die Industrie beäugt Googles Pläne indessen misstrauisch. Auch wenn Googles Schritt Richtung Mobilfunk nicht überraschend ist. Genau genommen ist der Konzern bereits ein Telekommunikationsanbieter, der in mehreren Regionen der USA schnelle Internetzugänge anbietet und dafür selbst Netze ausgebaut hat. Mit den unterschriebenen Verträgen mit Sprint und T-Mobile will Google nun auch in das Mobilfunkgeschäfts einsteigen.

Doch nicht nur Google ist dabei, neue Bereiche zu erschließen. Auch Apple macht erste Versuche Richtung Mobilfunk. Der Konzern verkauft mit dem neuesten iPads eine sogenannte Apple-Sim. Dabei handelt es sich um eine Mobilfunkkarte, mit der der iPad-Nutzer wählen kann, welches Mobilfunknetz er zum mobilen Surfen nutzen möchte.

Netzbetreiber in der Zwickmühle

Viele Netzbetreiber wehren sich bisher noch gegen Apples Vorgehensweise. Bisher kann der iPad-Nutzer lediglich zwischen AT&T und T-Mobile in den USA und EE in Großbritannien wählen. Die Netzbetreiber fürchten vor allem, durch die Apple-Sim den Kontakt zum Kunden zu verlieren. Denn die Abrechnung für das mobile Internet läuft über das von Apple kontrollierte iTunes-Konto.

Während Konzerne wie Google und Apple mit ihrem Vorstoß neue Chancen sehen, stecken die Netzbetreiber in einer Zwickmühle. Einerseits bedeutet das neue Konkurrenz, andererseits brauchen die Netzbetreiber dringend Geld für die Versteigerung neuer Frequenzen. Bereits jetzt liegen die Gebote bei insgesamt 45 Milliarden Dollar.

Autor: ES