11.03.2015

o2-Eplus-Netz 2015: Alles über die Fusion des o2- und E-Plus-Netzes

Die Fusion der Mobilfunknetze von o2 und E-Plus nimmt weiter Form an. Ab April 2015 soll das National Roaming deutschlandweit in den Regelbetrieb gehen. Dann können alle o2-Kunden das E-Plus-Netz nutzen und umgekehrt.

National Roaming noch im Test-Betrieb

Seit Anfang Oktober 2014 gehört E-Plus zu o2 beziehungsweise zum Mutterkonzern Telefónica Germany. Seit Ende Januar 2015 können o2-Kunden rund um Siegen, Gummersbach und Altenkirchen das UMTS-Netz von E-Plus nutzen. Seit kurzem haben zudem E-Plus-Kunden in Südbayern die Möglichkeit, via UMTS im Netz von o2 zu surfen.  

Dieser Testbetrieb soll bald in den deutschlandweiten Regelbetrieb übergehen. Das verriet Telefónica-Germany-Chef Thorsten Dirks in einem Pressegespräch auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

Startschuss für das neue Telefónica-Netz

Ab dem 15. April sollen alle 42 Millionen Kunden der Telefónica Gruppe automatisch für das Roaming freigeschaltet werden. Konkret heißt das: o2-Kunden können dann das UMTS-Netz von E-Plus mitnutzen und E-Plus-Kunden haben die Möglichkeit, im 3G-Netz von o2 zu surfen. Die Regelung gilt übrigens auch für die Billigmarken von Partnern wie Simyo, Base, Fonic, Tchibo oder Aldi Talk.

Auch wenn das National Roaming offiziell zum 15. April starten soll, wird in der Praxis der Rollout bereits ab Ende März beginnen. "Mit der Einführung des National Roamings fällt der Startschuss für das neue Netz von Telefónica Deutschland", erklärt der CEO Thorsten Dirks.

National Roaming soll UMTS-Löcher stopfen

Das National Roaming gilt vorerst nur für die UMTS-Netze von o2 und E-Plus. Das GSM-Netz ist außen vor, da 2G nicht für mobile Datendienste geeignet ist. Mit der Fusion beider Netze bietet Telefónica Germany seinen Kunden eine größere Flächendeckung für mobiles Breitband-Internet.

Von dem National-Roaming profitieren alle Kunden. Während o2 mit seinem UMTS-Netz vor allem Städte und Ballungsgebiete sehr gut versorgt, hat E-Plus sein 3G-Netz in die Fläche ausgebaut. Somit haben E-Plus-Kunden durch die Regelung vor allem in Städten eine bessere Netzversorgung als bisher. o2-Kunden profitieren hingegen außerhalb der Ballungszentren von dem National Roaming.

Dort, wo früher nur EDGE oder GPRS genutzt werden konnte, steht nun UMTS zur Verfügung. Wo das eigene UMTS-Funknetz nicht verfügbar sei, würden die Smartphones sich automatisch über das National Roaming ins jeweils andere Funknetz einbuchen, so Dirks. Voraussetzung ist natürlich, dass an den jeweiligen Orten auch das Netz des anderen Anbieters zur Verfügung steht.

LTE von National Roaming ausgeschlossen

Mit der Fusion der beiden Netze will Telefónica Germany insgesamt mehr als 5 Milliarden Euro einsparen. Zudem sollen laut Dirks in den kommenden Jahren insgesamt 14.000 der etwa 40.000 Basisstationen abgebaut werden. Der Grund ist die Doppelversorgung von E-Plus und o2 an vielen Standorten. Ein weiterer wichtiger Punkt sei der intensive LTE-Ausbau. Nach Angaben des Telefónica-Germany-Chefs ist aber in naher Zukunft kein National Roaming für LTE geplant. Stattdessen sollen die 4G-Netze von E-Plus und o2 ab Mitte 2016 zusammenschaltet werden. Bis 2018 soll die Fusion beider Netze vollständig abgeschlossen sein.

Bereits seit Jahren bemängeln Experten die vergleichsweise schlechte Netzabdeckung von o2 und E-Plus. Im aktuellen Netztest des Fachmagazins Connect landeten die Telekom mit 436 Punkten und Vodafone mit 400 Punkten einmal mehr deutlich vor o2  mit 335 Punkten und E-Plus mit 327 Punkten. Das National Roaming soll nun ein Schritt sein, die Kritik der Experten langsam verstummen zu lassen.

Autor: ES