17.11.2015

Frequenz-Auktion 2015: Ergebnisse, Daten und Fakten

Am 19. Juni 2015 war es vollbracht: Die Frequenz-Auktion der Bundesnetzagentur hatte nach drei Wochen intensiven Bietens ein Ende gefunden. Angeboten wurden Funkfrequenzen, die zum mobilen Breitbandausbau genutzt werden sollen. Insgesamt wurden die Kassen mit rund 5 Milliarden Euro gefüllt.

5,1 Milliarden Euro Einnahmen – kein Rekord, aber zufriedenstellend

Nach drei Wochen und 181 Runden endete die diesjährige Frequenz-Auktion der Bundesnetzagentur in Mainz. Laut Netzagentur-Präsident Jochen Homann verlief "bis auf zwei kleinere Probleme" alles nach Plan. Alle Beteiligten zeigten sich über das Ende der Auktion erleichtert. Immerhin sei man drei Wochen lang in speziell dafür vorbereiteten Räumen der Bundesnetzagentur "eingeschlossen" gewesen.

Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Insgesamt erzielte die Bundesnetzagentur Einnahmen von rund 5,1 Milliarden Euro. Etwa 1,33 Milliarden davon sollen für den Ausbau der "weißen Flecken" – also Gegenden ohne Breitband-Internet – eingesetzt werden. Dies entspreche, so Homann, in etwa "den Erwartungen der Politik". Er fügt an: "Die Frequenzen sollen einen substantiellen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Deutschland leisten."

270 MHz Spektrum wurde unter den Bietern aufgeteilt

Insgesamt kamen 270 Megahertz (MHz) Spektrum in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1.500 MHz und 1.800 MHz unter den Hammer. Dabei sicherten sich die drei Bieter Vodafone, Telekom und Telefónica Deutschland jeweils einen ähnlich großen Anteil von Frequenz-Blöcken. Mit 110 MHz ersteigerte Vodafone das größte Stück und zahlte dafür 2,09 Milliarden Euro. Die Telekom hat 100 MHz Spektrum für 1,79 Milliarden Euro erworben. Bei Telefónica Deutschland sind es 60 MHz für 1,2 Milliarden Euro.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Frequenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich. Die Bereiche werden zwar bereits von den Netzbetreibern genutzt. Die Lizenzen für die Bänder laufen aber 2016 aus. Somit hatte sich die Bundesnetzagentur dazu entschieden, statt einer Verlängerung eine Neu-Versteigerung anzusetzen – und das mit Erfolg.

Vodafone war intensivster Bieter

In das 1.800-MHz-Spektrum investierte Vodafone rund 1,2 Milliarden Euro. Alles in allem konnte sich der Düsseldorfer Netzbetreiber mit 2×50 MHz im 1.800-MHz-Band die Hälfte der versteigerten Frequenzen sichern. Im 900-MHz-Band erhielt Vodafone den Zuschlag für 2×10 MHz.

Zusätzlich erwarb der Netzbetreiber 2×10 MHz im ebenfalls begehrten700-MHz-Band. Diese Frequenzen wurden bisher für digitales terrestrisches Fernsehen genutzt und werden nun im Zuge des Standardwechsels zu DVB-T2 geräumt (die “2. Digitale Dividende”). Vom 1.500-MHz-Band, das für zusätzliche Downlinks eingesetzt werden soll, sicherte sich der Düsseldorfer Netzbetreiber 20 MHz (ungepaart). "Wir haben in dieser Auktion ein sehr gutes Ergebnis erzielt und konnten nicht nur die meisten, sondern vor allem sehr wertvolle Frequenzen für uns sichern", erklärte der scheidende Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum zufrieden.

Alle Beteiligten zeigen sich „zufrieden“

Die Telekom Deutschland zeigte sich mit ihren Errungenschaften ebenfalls "zufrieden". "Mit den erworbenen Frequenzen werden wir die Digitalisierung Deutschlands weiter vorantreiben", so  Deutschlandchef Niek Jan van Damme. Im 700-MHz-Bereich hat die Telekom 2×10 MHz erworben. In den Bereichen 900 und 1.800 MHz sicherte sich das Unternehmen jeweils 2×15 MHz, im 1.500-MHz-Frequenzband sind es 20 MHz.

Etwas zurückhaltender hat Telefónica Deutschland geboten. So ersteigerte das Münchner Unternehmen jeweils 2×10 MHz in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz und 1.800 MHz. "Das Spektrum optimiert unsere Frequenzausstattung insgesamt und zahlt damit voll auf unsere Strategie ein, das führende digitale Telekommunikationsunternehmen in Deutschland zu werden", erklärt Geschäftsführer Thorsten Dirks.

Netzbetreiber setzten auf Altbewährtes

Es fällt auf, dass die Netzbetreiber deutlich höhere Beträge in die Verlängerung von Lizenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich investiert haben als in die neu angebotenen Bereiche. So liegen die Einnahmen für die Bereiche um 700 MHz, 1.500 MHz und einen bisher ungenutzten Block (den so genannten DECT-Schutzabstand) am oberen Ende des Frequenzbereichs um 1800 MHz "nur" bei 1,5 Milliarden Euro. Das ist von der Gesamtsumme ein Anteil von unter 30 Prozent. Und das, obwohl über 40 Prozent der zu ersteigernden Bänder neue Frequenzen waren.

Der Grund dafür: Bei den bereits genutzten Bereichen um 900 und 1.800 MHz gibt es bereits zahlreiche Endgeräte, die diese Frequenzen unterstützen – und zwar für 2G, 3G und 4G. Für die Bänder um 700 MHz und 1.500 MHz müssten erst neue Endgeräte entwickelt werden, was wiederum davon abhängig ist, wie viele andere Länder auf diese beiden Bereiche künftig für den Mobilfunk zurückgreifen werden.  

Autor: ES