12.07.2016

Besserer Internet-Empfang in Zügen

Das Problem ist bekannt. Wer im Zug im Internet arbeiten möchte, muss mit Empfangsaussetzern rechnen. Je nach Netzanbieter liegt die Erfolgsrate beim Netzaufbau zwischen 41% und 65%. Meist zu wenig für ein ausreichendes Arbeiten.

Quelle: Bahn

Die technische Seite des Problems ist bekannt. Der Empfang wird durch die Wagenwände gedämpft. Hinzu kommt die Geschwindigkeit der Züge, welche ein beständiges Übergeben der Sender verursacht. Ein weiteres Hindernis sind die Wärme- und Sonnenschutzbeschichtung der Zugscheiben, da dadurch auch elektromagnetische Wellen reflektiert werden.

Der Technologiekonzern Siemens setzt seine Lösung genau dort an. Die zukünftigen Zugscheiben, sollen einen besseren Empfang ermöglichen. Sie sollen mit einer elektrisch leitenden, transparenten Schicht aus Metallen mit Löchern versehen werden. Mit dieser Maßnahme kann die Durchlässigkeit eines bestimmten Frequenzbereichs gefördert werden, während Strahlen einer anderen Frequenz geblockt werden.

„Die Fensterscheiben sind mit einer elektrisch leitenden transparenten Schicht aus Metallen oder Metalloxiden versehen. Entlang von Linien in einer speziellen Struktur wird mittels Laser die metallische Beschichtung der Scheibe verdampft. Dadurch können Funksignale in bestimmten Frequenzbereichen ungehindert passieren, während Funksignale mit anderer Frequenz gedämpft werden“, führt Lukas W. Mayer, Projektleiter bei Siemens, die Umsetzung näher aus.

Mit Hilfe der neuartigen Fenster kann die Empfangsdauer eines 4G-Signals laut Testmessungen um ein Drittel gesteigert werden. Der Durchlässigkeitsbereich liegt im Frequenzbereich zwischen 700 Megahertz und 3,5 Gigahertz. Der neue Fensterscheibentyp soll Ende 2018 erstmals in den Zügen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) im normalen Fahrgastbetrieb zum Einsatz kommen.

gl