16.06.2018

Aufgepasst vor betrügerischen Seiten

Mehr und mehr Geschäfte spielen sich online ab. Allein die Deutschen gaben 2016 mehr als 100 Milliarden Euro im Online-Handel aus. In der Schweiz kaufen 96 Prozent der Eidgenossen mindestens einmal im Jahr per Computer, Laptop, Tablet oder Handy ein.

Doch mit der Beliebtheit des Einkaufs per Tastendruck oder Mausklick wächst auch der Anreiz für Betrüger. Um den zunehmenden Phishing-Seiten zu entgehen, sollte stets auf Warnsignale geachtet werden.

Am besten ist es, von vornherein Geschäfte nur über sicher verschlüsselte Seiten einzugehen. Fängt die Adresse mit https an (das steht für Hypertext Transfer Protocol Secure), wird jede Information bereits verschlüsselt im Netz weitergegeben und kann so weder von Hackern noch anderen Personen, die Zugang zum Server haben, genutzt werden. Erst am anderen Ende wird aus dem Zahlen- und Buchstabensalat wieder Klartext. Bei https-Seiten wird in der Adresszeile auch ein Vorhängeschloss als Symbol gezeigt. Vor Allem bei verschiedensten Seiten, bei welchen man eine Zahlung tätigt und seine Details eingibt, wie zum Beispiel beim online Banking, online Casinos und Online Shopping, sollte darauf geachtet werden.

Für Webseiten gibt es auch Zertifizierungsstellen – Windows benutzt diese zur Kontrolle, und wird eine Seite als fragwürdig erkannt, kommt eine Warnung.

Alarmglocken sollten prinzipiell schrillen, wenn die Weiterleitung über eine andere Webseite erfolgt, oder ein unbekannter Absender die Seite per Email empfiehlt.

Auch wenn eine Webseite fragwürdige oder gar illegale Inhalte zeigt, heißt es, Finger weg.

Werden Kreditkartennummer oder eine PIN abgefragt oder persönliche Daten, die über das Notwendigste hinausgehen, ist ebenfalls äußerste Vorsicht geboten.

Wenn Angebote zu gut sind, um wahr zu sein, sind sie das meist auch.

Zumindest bei deutschen Seiten müssen Impressum mit Kontakt, Postanschrift und Email enthalten sein, genau wie Angaben zum Datenschutz und Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) inklusive Rückgaberechte.

Stimmt die URL nicht mit dem Namen überein oder hat Zusätze wie http://paypal-daten-kontrolle.de/ statt https://www.paypal.com ist es mit höchster Wahrscheinlichkeit eine betrügerische Phishing-Seite.

Die richtige URL lässt sich im Normalfall schnell über eine Suchmaschine herausfinden und sollte unter den ersten Einträgen zu finden sein.

Im Zweifelsfalle sollte auch der Name des Anbieters in die Suchmaschine eingegeben werden, um zu sehen, was für Einträge oder Kommentare kommen.

Ist im Impressum eine Telefonnummer angegeben, lohnt sich ein Kontrollanruf, um zu sehen, ob diese Nummer existiert. Manche Betrüger haben allerdings auch das in Betracht gezogen.

Problematisch sind besonders ausländische Seiten, weil dort eine andere Rechtslage existiert als in Deutschland, wo Verbraucherschutz einen hohen Stellenwert besitzt.

Egal, was und wo gekauft wird, der Kunde sollte sich niemals auf Geschäfte mit Vorkasse einlassen. Neue Browser haben im Regelfall alle einen Phishing-Filter, der bei dubiosen Seiten eine Warnung vor potenziellem Betrug auslöst. Allerdings werden auch die Betrüger immer raffinierter. Inzwischen sind sogar Phishing-Versuche per Email mit gefälschten Amazon- und PayPal-Adressen bekannt geworden.

Um den Kriminellen Einhalt zu gebieten, gibt es auch eine Browser-Erweiterung namens Web of Trust (WOT) für Chrome, Firefox und Internet Explorer, die Seiten auf ihre Einstufung nach Vertrauenswürdigkeit oder Jugendschutz untersucht und ebenfalls Warnungen einblendet.

Vorsicht ist Grundvoraussetzung im Online-Handel, damit aus dem Traumgeschäft nicht ein Albtraum wird.