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Studie: dramatischer Preisverfall im Mobilfunksektor
02.07.2009
Schlechte Nachrichten für die Mobilfunk-Anbieter: Wollen die Handy-Unternehmen bis 2011 überhaupt noch Gewinne einfahren, müssen sie umgehend Maßnahmen zur Kostenreduzierung einleiten. Das besagt eine aktuelle Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney, die unter 100 europäischen Mobilfunkbetreibern durchgeführt wurde.
Derzeit liegt die Marge eines durchschnittlichen Mobilfunkunternehmens noch bei 16 Prozent, laut A.T. Kearney wird dieser Wert in den nächsten zwei Jahren aber dramatisch sinken. Ohne erfolgreiche Gegenmaßnahmen werde die Gewinnspanne bis 2011 auf Null Prozent schrumpfen, so die alarmierende Prognose der Beratungsfirma.
Null Prozent Gewinn in 2011
Um diese Entwicklung aufzuhalten, bedarf es tiefgreifender Maßnahmen, heißt es in der Studie weiter. Die Wettbewerber auf dem hart umkämpften Mobilfunkmarkt könnten ihre Gewinnmargen nur durch eine gemeinsame Nutzung der Mobilfunk-Netze erhalten. Im Jahr 2011 werden sich die Einnahmen für eine Handy-Minute bei 8,8 Cent eingependelt haben, prognostizieren die Analysten von A.T. Kearney. Das würde ein Remis von Einnahmen und technischen Erstellungskosten bedeuten, heißt es in der Studie weiter – und Null Prozent Gewinn für die Mobilfunkbetreiber.
Ab dem Jahr 2012 müsste ein Mobilfunker dann theoretisch sieben Prozent pro Handy-Telefonat draufzahlen, vorausgesetzt, es existiert kein tragfähiges Modell zur Kostenreduzierung.
Synergieeffekte durch gemeinsame Netznutzung
Bis zu 69 Prozent Einsparpotenzial sehen die Unternehmensberater von A.T. Kearney beim Anmieten der Sendeplätze. Laut Studie sind in diesem Bereich die größten Einspareffekte möglich. 31 Prozent der Kosten könnten die Mobilfunkbetreiber einsparen, wenn sie neue Anlagen zusammen mit einem Partner errichten und in Betrieb nehmen würden. Laut A.T. Kearney beschäftigen sich bereits 15 Prozent der Handy-Unternehmen sehr intensiv mit dem Thema der gemeinsamen Nutzung von Netzinfrastrukturen. Offenbar arbeiten auch die vier deutschen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, o2 und e-plus an Konzepten, wie Synergieeffekte die Betriebskosten der Handy-Netze senken könnten.
Allerdings schränkt die Bundesnetzagentur die Zusammenarbeit der deutschen Mobilfunkbetreiber bislang stark ein: möglich ist lediglich ein gemeinsames Vorgehen bei der Auswahl von Antennenstandorten. Aus Wettbewerbsgründen ist die Kooperation im Bereich der aktiven Netzelemente und Basisstationen untersagt.
Autor: FN
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