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Daten-Traffic überholt Mobilfunk-Telefonie
31.03.2010
Es ist soweit: Das übertragene Volumen aus dem Datenfunk hat erstmals den Traffic aus dem herkömmlichen Mobilfunk überrundet. Das heißt, die mobile Internet-Nutzung verursacht inzwischen größere Datenströme in den weltweiten Mobilfunknetzen als die Handy-Telefonie.
“Es ist ein wichtiger Meilenstein, dass etwa 400 Millionen mobile Breitbandnutzer mittlerweile ein höheres Verkehrsvolumen als die Telefonate der weltweit 4,6 Milliarden Mobilfunkteilnehmer verursachen”, sagte Hans Vestberg, Geschäftsführer des Mobilfunkkonzerns Ericsson auf der Mobilfunkmesse CTIA Wireless 2010 in Las Vegas.
Ericsson-Messungen zeigen Meilenstein
Ericsson beruft sich auf Ergebnisse aus Messungen, die das Unternehmen in seinen weltweiten Mobilfunknetzen durchgeführt hat. Der beobachtete Grenzwert lag laut Ericsson bei rund 140.000 Terabyte im Monat. Der Wechsel von Telefonie zu Datenkommunikation als dominanter Datenverursacher trat bereits im Dezember 2009 ein. Im selben Zeitraum überstieg auch der weltweite Traffic in den 3G-Netzen den Datenverkehr in den 2G-Netzen.
Die Messungen von Ericsson zeigen außerdem, dass das Datenaufkommen in den letzten zwei Jahren weltweit um jeweils 280 Prozent gestiegen ist. Für die nächsten fünf Jahre erwarte man jedes Jahr eine weitere Verdopplung des Datenverkehrs in den weltweiten Mobilfunknetzen, heißt es bei dem schwedischen Telekommunikationskonzern.
Social Networks und Mobil-Computer dominieren
Für diese hohe Zuwachsrate im Bereich der Datenkommunikation gibt es laut Ericsson mehrere Gründe: Die Verbraucher finden Gefallen an den mobilen Datendiensten, es werden immer mehr Endgeräte wie Smartphones und Notebooks eingesetzt. Für die Netzbetreiber bedeutet das steigende Einnahmen aus dem Geschäft mit dem mobile Internet. Ericsson-Chef Vestberg sieht sich in der Unternehmensstrategie bestätigt: „Unsere Erwartung, dass die Möglichkeit, jederzeit und überall mobile Breitbanddienste nutzen zu können, das Wachstum des mobilen Datenverkehrs vorantreibt, wurde nun durch Messungen im Netzbetrieb bestätigt“, sagte der Manager in Las Vegas.
Ein großer Teil des weltweiten Daten-Traffics wird durch die mobile Nutzung von Social-Networking-Seiten sowie durch Mobil-Computer verursacht. Beispielsweise bieten über 200 Funknetzbetreiber in 60 Ländern mobile Lösungen für das Social Network Facebook an, über 100 Millionen Menschen weltweit nutzen einen mobilen Facebook-Zugang aktiv.
Mobiles Internet gehört schon zum Alltag
Die jüngste Ericsson-Verbraucherstudie bestätigt den Trend hin zum Mobile Internet: Danach wünschen sich 80 Prozent der mobilen Breitbandnutzer einen Zugang, der jederzeit und überall funktioniert. Mobil-Surfen ist bereits Teil ihres Alltags geworden.
Die Ericsson-Erhebung basiert auf den Aussagen von 4.580 Verbrauchern aus sechs entwickelten Märkten. Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist die starke Bindung der Nutzer an ihr Mobilgerät bzw. ihre Breitbandverbindung: 80 Prozent der Befragten gaben an, sie würden ihren Laptop nicht mit einer anderen Person teilen. 65 Prozent sagten, sie würden auch ihren mobilen Breitbandanschluss mit niemandem teilen.
Autor: FN
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