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UMTS-Frequenzen: Mobilfunker im Auktionsfieber

15.09.2009

Der deutsche Handy-Markt ist gesättigt. Daher bewegt sich der Mobilfunk immer weiter in Richtung mobiles Internet. Hier winken Wachstum, Innovationen und neue Einnahmequellen. Die Voraussetzung für gute Geschäfte im mobilen Online-Bereich sind allerdings schnelle, leistungsstarke Breitband-Netze. Wer die Mobil-Surfer für sich gewinnen will, kommt am 3G-Standard Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) nicht vorbei.

Die ersten Mobilfunk-Frequenzen für UMTS waren im Jahr 2000 von der Bundesnetzagentur versteigert worden. Die Auktion brachte einen beispiellosen Erfolg für die Bundesregierung: Rund 50 Milliarden Euro blätterten sechs Telekomkonzerne auf den Tisch, um an die begehrten Frequenzen zu kommen. In den Folgejahren konnten die Käufer zwar vom Wettbewerbsvorsprung profitieren, vielen gelang es dennoch nicht, die Milliardeninvestitionen auszugleichen. Für das kommende Jahr ist nun eine zweite Frequenzen-Versteigerung geplant. Was das Portfolio angeht, soll die neue Frequenzen-Auktion noch größer werden als die erste.  

Erwartete Erlöse von 4 bis 5 Milliarden Euro

Die zu erwartende Kaufsumme wird dennoch erheblich niedriger sein als bei der Jahrhundertauktion vor neun Jahren: Experten rechnen mit einer Summe zwischen vier und fünf Milliarden Euro für die neuen UMTS-Frequenzen. Versteigert werden zum einen zwei alte UMTS-Frequenzen, die von den ehemaligen Käufern Quam und mobilcom wieder zurückgegeben wurden. Zum anderen kommen Ex-TV-Frequenzen unter den Hammer, die im Zuge der Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen frei geworden sind. Diese so genannte Digitale Dividende ist für die Mobilfunkanbieter besonders attraktiv, weil sich die Frequenzen durch eine hohe Reichweite auszeichnen. Um den Breitbandausbau in Deutschland zu fördern, hat die Bundesregierung diese ehemaligen TV-Frequenzen explizit für mobile Breitbanddienste freigegeben. Kauft ein Netzbetreiber nun eine Frequenz aus der Digitalen Dividende, kann er mit wenig Sendemasten und dementsprechend niedrigeren Investitionskosten ein großflächiges Breitbandnetz aufbauen und damit viele Kunden erreichen.

Was wird aus e-plus? 

Wie aber ist es um die Geldtöpfe der Mobilfunkanbieter bestellt? Während die Großen am Markt, T-Mobile und Vodafone darauf brennen, möglichst viele der begehrten Frequenzen zu ersteigern, klagen die Kleinen, allen voran der Konzern e-plus bereits im Vorfeld über eine Benachteiligung. Fest steht, e-plus verfügt als kleinster deutscher Netzbetreiber über einen eingeschränkten Finanzrahmen. Zumal der holländische Mutterkonzern KPN bisher wenig Interesse am mobilen Internet gezeigt hat. E-plus ist auch der einzige Mobilfunkbetreiber, der sein Netz noch nicht mit dem UMTS-Turbo HSDPA ausgebaut hat. Der HSDPA-Ausbau wurde erst vor kurzem gestartet.

Die anstehende Versteigerung neuer UMTS-Frequenzen wird richtungsweisend für die nächsten 20 Jahre im Mobilfunk sein, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur vor kurzem gegenüber dem Handelsblatt. Umso wichtiger ist es für die kleinen Mobilfunker, die Auktion nicht mit leeren Händen zu verlassen. Laut Kurth ist die Regulierungsbehörde daran interessiert, eine Benachteiligung der kleinen Bieter zu vermeiden. Die Bietregeln für die Versteigerung stehen noch nicht endgültig fest. Das fertige Regelwerk soll zum Jahresende veröffentlicht werden, erklärte der Regulierungschef im Interview mit dem Handelsblatt.

Autor: FN

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