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Telekom Testsieger beim Netztest von Chip-Online

16.09.2010

Die deutsche Telekom hat das beste Netz für mobilen Datenfunk, auf Platz zwei und drei folgen Vodafone und O2. Traditionell weit abgeschlagen auf Platz vier landet E-Plus – sozusagen außer Konkurrenz. Das ergab ein Netztest des Internet-Portals „Chip Online“. Die gute Nachricht für alle Kunden mit Smartphone und Handy: Wer nur telefonieren will, kann nichts falsch machen und sich einfach den billigsten Tarif aussuchen. Denn in diesem Feld liegen die vier Bewerber und damit alle in Deutschland erhältlichen Marken praktisch gleichauf.

Im mobilen Internet dagegen liegt Telekom bei diesem Test knapp vor Vodafone. Die Tester haben einzelne Bereiche unterschiedlich gewichtet  - da lohnt sich schon ein genauer Blick: Wir haben das Herunterladen von größeren Datenmengen, das Abrufen von Emails und das mobiles Surfen im Internet ausgewählt. Hier der Überblick.

Dateien herunterladen: Telekom langsam, aber mit weniger Fehlern

Die erste Kategorie ist das Herunterladen von Daten – da ist Vodafone deutlich schneller: Eine 2 Megabyte große Packung braucht auf der Autobahn 45 Sekunden (Telekom: 61,4 Sekunden, O2: 52 Sekunden) auf der Landstraße 37,8 Sekunden (Telekom 58,29 Sekunden, O2: 51,7 Sekunden) in mittelgroßen Städten 15 Sekunden (Telekom: 18,6 Sekunden, O2: 16,6 Sekunden) in Großstädten 14,3 Sekunden (Telekom 15,1 Sekunden, O2: 13,5 Sekunden) und an besonders belebten Plätzen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren - im Test Hot Spots genannt – 8,6 Sekunden (Telekom 11,3 Sekunden, O2: 13,6 Sekunden).      

Die Telekom ist zwar meist am langsamsten, doch dafür ist das Telekom-Netz beim Herunterladen von Daten stabiler – es werden die wenigsten Fehler gemacht. Auf der Autobahn hat Telekom eine Fehlerquote von 3,3 Prozent (Vodafone 6,1 Prozent; O2: 6,4) auf der Landstraße 2,6 Prozent (Vodafone rund 6 Prozent, O2: 7,8) in mittelgroßen Städten 0,6 Prozent (Vodafone: 1,2 Prozent, O2: 1,5) in Großstädten 0,4 Prozent (Vodafone 1 Prozent, O2: 1 Prozent) und an den Hot Spots 0,3 Prozent (Vodafone 0,3 Prozent, O2: 0,1 Prozent).

Fazit beim Herunterladen großer Datenmengen: Vodafone liegt im Tempo vorne, Telekom bei der Zuverlässigkeit. O2 erreicht meist nicht das Tempo von Vodafone, macht dabei aber meistens noch mehr Fehler.    

 

Emails empfangen: Telekom schnell und fehlerfrei

Die zweite Kategorie ist der Email-Empfang. Hier liegt die Fehlerquote der Konkurrenten Vodafone und Telekom in allen Regionen zwischen Null und 0,7 Prozent, O2 schneidet ebenfalls gut ab – nur auf der Autobahn (1,7 Prozent Fehlerquote) und der Landstraße (2,3 Prozent Fehlerquote) gibt es schlechtere Werte.

Die  Geschwindigkeit des Email-Empfangs ist bei der Telekom deutlich höher als bei Vodafone – 50 Kilobyte Email brauchen auf der Autobahn bei Telekom 4,9 Sekunden (Vodafone 6,4 Sekunden, O2: 7,5) auf der Landstraße 4,3 (Vodafone 4,9 Sekunden, O2: 8,1) in mittelgroßen Städten 2,4 (Vodafone 3,3 Sekunden, O2: 4,4 ) in Großstädten 2,6 Sekunden (Vodafone 3,2 Sekunden, O2: 3,0) und an den Hotspots 1,7 (Vodafone 2,7Sekunden, O2: 3,1).

Fazit Emails empfangen: Hier liegt die Telekom deutlich vor den Mitbewerbern. Vodafone hat einen klaren zweiten Platz, O2 ist Dritter. Doch Vodafone und  Telekom arbeiten ähnlich fehlerfrei und die Zeitabstände zwischen den beiden Bewerbern sind nicht so groß. O2 hat auf der Autobahn und der Landstraße eine höhere Fehlerquote als die Mitbewerber und ist in der Regel langsamer.    

Internet: Vodafone mit verpixelten Bildern, O2 langsam

Beim Browsen im Internet ergibt sich das gleiche Bild wie beim Herunterladen von Daten.  Vodafone braucht für eine Testwebseite deutlich weniger Zeit als die Telekom, das reicht von 8,8 Sekunden auf der Autobahn bis zu 4,7 Sekunden an einem Hot Spot. Bei der Telekom liegen die Werte durchweg höher, von 18,1 Sekunden auf der Autobahn bis zu 6,6 Sekunden am Hotspot. Lange dauert es bei O2 – am schnellsten geht es mit 19 Sekunden in Großstädten, am langsamsten mit 37,5 Sekunden auf der Autobahn. 

Wieder ist bei Telekom die Zahl der Fehlversuche geringer: Bei Vodafone reicht sie von 0,9 Prozent am Hotspot über 4 Prozent in der mittelgroßen Stadt bis zu 11,7 Prozent auf der Autobahn. Telekom kommt auf 0,7 Prozent an Hotspots 3,4 Prozent in mittelgroßen Städten und 9,1 Prozent auf der Autobahn. O2 hat an Hotspots eine Fehlerquote von 0,3 Prozent, in mittelgroßen Städten 2,7  und an der Autobahn 14,4 Prozent Fehler.    

Das schnelle Web-Tempo bei Vodafone hat allerdings seinen Preis – die Bilddateien werden auf einen Minimalumfang heruntergestutzt und die Tester sahen manchmal arg verpixelte Bilder. Das brachte in dieser Kategorie eine schlechtere Wertung. O2 hat mittlerweile eine neue Version des „Connection Managers“ herausgebracht, das Programm soll die Ergebnisse beim Surfen im Internet „weiter steigern“, so dass Unternehmen. Dessen Auswirkungen konnten beim Chip-Test nicht mehr berücksichtigt werden. 

Fazit mobiles Surfen: Was die Zahl der Fehler angeht, sind die drei großen Netze ziemlich gleichauf. Beim Tempo liegt O2 allerdings hinter den beiden großen Konkurrenten. Hier ist Vodafone am schnellsten, wenn auch um den Preis schlechterer Fotos. Doch wer im Internet vor allen Dingen schnell nach Texten sucht und auf Bilder keinen großen Wert legt, sieht das nicht als Nachteil. Außerdem wird so die übertragene Datenmenge reduziert, was bei manchen Tarifen Geld spart.

Außer Konkurrenz: E-Plus

Außer Konkurrenz beim mobilen Datenfunk läuft mittlerweile E-Plus. Der Mobilfunkbetreiber hat die Strategie des Nachzüglers verinnerlicht und will beim allgemeinen Mobilfunk-Netz-Ausbau nicht vorneweg sondern hinterher marschieren. Wer nur mobil telefonieren will, dem kann man E-Plus empfehlen – die Telefonverbindungen sind genauso gut und oft zu günstigeren Preisen. Auch das Herunterladen von Emails ist mit Zeiten zwischen 4,7 (an den Hotspots) und 12,8 Sekunden (auf der Autobahn) noch ordentlich und für einige Zielgruppen durchaus akzeptabel.

Anders sieht es aus, wenn man im Netz von E-Plus surfen will: Da dauert es an den Hotspots für eine Seite schon 32 Sekunden, in der mittelgroßen Stadt 45 Sekunden und auf Autobahn und Landstraße eine Minute und acht Sekunden. Im Test zeigte sich das E-Plus quer durch alle Regionen beim Surfen mindestens doppelt so lange wie der langsamste und zehnmal so lange wie der schnellste Mitbewerber braucht. Dazu kommt eine hohe Fehlerquote.        

Der Test von Chip Online: Ein echter Coup 

Mit dem großen Netztest ist Chip Online ein echter Coup gelungen. Bisher war der gegen Jahresende im gedruckten Heft erscheinende Connect-Netztest für die Branche das Maß der Dinge. Nun hat Chip Online vorgelegt mit einer etwas ausführlicheren Analyse: Wo „connect“ nur unterscheidet zwischen Stadt und Landstraße/Autobahn liefert der Chip-Test die Kategorien Autobahn, Landstraße, mittelgroße Städte, Großstädte und Hot-Spots – also Plätze wie Bahnhöfe oder Einkaufszentren, wo sich regelmäßig viele Menschen aufhalten.       

Chip Online gab sich erkennbar Mühe, gegenüber der Test-Konkurrenz von „connect“ ein ordentliches Datenpaket vorzuweisen: 15.000 Testanrufe und 70.000 Internetverbindungen auf 7500 gefahrenen Kilometern mit 42 besuchten Städten kann man vorweisen. „connect“ brachte es beim letzten Test auf 3200 Kilometer und 28 Städte. Nun darf man auf das Novemberheft mit dem neuen „connect“-Netztest gespannt sein.       

Autor: ET

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