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Komplexe Passwörter bieten Schutz vor Hackern

03.11.2008

Kaum zu glauben, mit welch ausgefeilten Methoden Hacker inzwischen versuchen, an Passwörter zu gelangen. Umso wichtiger ist es, dass sich Nutzer der Gefahr bewusst sind, die von den Online-Kriminellen ausgeht. Surfer sollten unbedingt komplizierte Kennwörter benutzen, die nicht leicht zu knacken sind. Auch ist es wenig ratsam, für verschiedene Internet-Angebote wie ebay, Foren oder Online-Banking ein und dasselbe Passwort zu benutzen.

Wer viel im Internet unterwegs ist, wird sich dementsprechend auch viele Codes merken müssen. Unterstützung bieten da neue Soft- und Hardware-Lösungen, die dem User helfen, den Überblick zu behalten. "Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, an die Passwörter von Nutzern zu kommen", sagt Ruben Wolf, Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt. "Entweder die Hacker bewegen den Nutzer dazu, das Passwort herauszugeben oder sie probieren so lange verschiedene Möglichkeiten aus, bis das Richtige gefunden ist".

Phishing über fingierte E-Mails

Vor allem die erste Methode, das so genannte Phishing, ist bei Hackern beliebt. Es gibt verschiedene Varianten des "Passwort-Angelns": Fingierte e-Mails beispielsweise sollen dem Nutzer vortäuschen, sie kämen von seiner Bank oder von einem Online-Auktionshaus. Der User wird aufgefordert, einen Link anzuklicken und landet dann auf einer oft täuschend echt aussehenden Betrugs-Website. Dort soll er nun seine persönlichen Daten und relevante Kennwörter eingeben.

Nutzer können die Richtigkeit der Seite überprüfen, indem sie das Adresszeile des Browsers kontrollieren: Steht hier eine unbekannte oder untypische Web-Adresse, handelt es sich um eine gefälschte Seite. In der Regel werden Seiten, auf denen man sensible Nutzerdaten eingeben muss, zudem mit dem "Secure Sockets Layer" (SSL)-Protokoll verschlüsselt. Der Browser zeigt dies in Form eines Schlüssel-Symbols an. Darüber hinaus sollte der User bedenken, dass Banken nie per E-Mail dazu auffordern, persönliche Daten preiszugeben.

Phishing über Trojaner 

Eine andere häufige Variante des Phishing sind die so genannten Trojaner. Das sind kleine Programme, die sich auf dem PC einnisten und Kennwörter bei der Eingabe speichern. Die so gesammelten Passwörter werden dann über das Internet "nach Hause" an die Hacker geschickt. "Einen Trojaner kann man sich einfangen, wenn man den Anhang einer E-Mail anklickt", erklärt Günther Ennen vom Beratungsteam beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. "Es reicht aber sogar schon aus, wenn der Nutzer lediglich eine bestimmte Website besucht", warnt der Experte.

Schutz vor solchen Schadprogrammen bietet ein guter Virenscanner, der regelmäßig aktualisiert werden sollte. Das gilt sowohl für den Internet-Browser als auch für Programme wie etwa den Flash-Player.

Brute-Force-Method 

Eine zweite gängige Methode neben dem Phishing ist die "Brute-Force-Method", also die Methode der "rohen Gewalt": Hier versuchen die Daten-Diebe mittels einer Software so lange Kennwörter durchzuprobieren, bis das Richtige getroffen wurde. Das Programm wird dabei ergänzt um Datenbanken, die Wörterbücher mit möglichen Passwörtern enthalten. Um solche Attacken zu fahren, seien heute längst keine teuren Großrechner mehr nötig, sagt Ruben Wolf vom Fraunhofer-Institut. "Mit einem handelsüblichen Laptop sind heute acht Millionen Anfragen pro Sekunde möglich", so der Experte.

Um sich wirksam gegen solche Angriffe zu schützen, sollte man möglichst komplexe Kennwörter benutzen. Sinnvoll sei eine Kombination aus verschiedenen Zeichenklassen, rät Wolf: Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Auf Umlaute sollte man allerdings lieber verzichten, da man sie auf einer ausländischen Tastatur, etwa im Urlaub, nicht verwenden kann. "Ein Passwort mittlerer Sicherheit hat mindestens acht Zeichen. Für hohe Sicherheit sollten es mindestens zwölf Zeichen sein", fügt Ruben Wolf hinzu. Wer nun befürchtet, seine sicheren aber komplizierten Codes durcheinander zu bringen, kann auf eine Passwort-Verwaltungs-Software ausweichen. Wolf und seine Kollegen vom SIT in Darmstadt haben beispielsweise den "PasswordSitter" zur Verwaltung verschiedener Codes entwickelt. Das Programm richtet sich in erster Linie an Geschäftskunden, kann aber auch von Privatleuten genutzt werden.

Autor: FN

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