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O2: LTE-Pilotnetze in München und Halle

04.08.2010

O2 startet noch in diesem Jahr zwei LTE-Netze in Halle und München, sie werden im Frequenzbereich  von 2,6 Gigahertz arbeiten. Der Aufbau der Netze beginnt im September, so teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung mit. Beide LTE-Netze werden vorerst nicht in den kommerziellen Betrieb gehen, LTE-Produkte für Endkunden seien für einen späteren Zeitpunkt geplant, so teilt das Unternehmen in einer Presseerklärung mit.   

Als Ausrüster für die Test-Netzwerke holte die Telefónica O2 Germany die chinesische Firma Huawei und das deutsch-finnische Unternehmen Nokia Siemens Networks mit an Bord.      

„LTE möglichst bald deutschlandweit anbieten“

Das Münchener LTE-Netz wird in dem gleichen Gebiet und parallel mit einem bereits bestehenden HSPA+-Netz von O2 betrieben. Auch bei diesem Netz handelt es sich um ein Versuchsprojekt, in das die Endkunden freilich schon eingebunden sind, es erstreckt sich auf Teile des Münchener Zentrums und einige Vororte.   

Gleichzeitig werden in den Vororten Ebersberg (östlich von München) und Teutschenthal (westlich von Halle) zwei weitere O2-LTE-Pilotprojekte aufgebaut, diesmal auf der 800-Megahertz-Frequenz. Für alle Pilotprojekte werden bestehende Basisstationen aufgerüstet, neue Standorte seien nicht geplant, so O2.

„Mit den ersten städtischen LTE-Netzen in München und Halle machen wir einen großen Schritt beim Aufbau der Mobilfunknetze der Zukunft in Deutschland", sagt René Schuster, Chef von Telefónica O2 Germany. „Unser Ziel ist es, möglichst bald unseren Kunden deutschlandweit diese neue Technik anzubieten“.    

Und das macht die Konkurrenz

Die Konkurrenten Vodafone und Telekom, die beide ebenfalls Frequenzblöcke für den LTE-Ausbau ersteigerten, hatten schon vorher den Aufbau von LTE-Basisstationen angekündigt. Telekom begann im Juni, erste Stationen in Brandenburg mit der neuen schnellen Datenübertragungs-Technologie auszurüsten. Vadafones LTE-Netz soll schon dieses Jahr entstehen. Vodafone will mit der LTE-Aufrüstung im September beginnen, bis 2011 sollen 1500 Mobilfunkstationen mit LTE ausgerüstet sein. E-Plus hatte keine LTE-Frequenzen ersteigert. Thorsten Dirks, der Chef des Unternehmens, deutete aber an, dass E-Plus LTE-Kapazitäten bei den Mitbewerbern mieten wolle.

Experten rechnen mit einem flächendeckenden LTE-Ausbau erst im Jahr 2011, da in Deutschland zuerst die Gebiete versorgt werden müssen, die noch keinen schnellen Internetanschluss von mehr als einem Megabit pro Sekunde haben. Außerdem müsste es eine hinreichende Zahl von LTE-fähigen Endgeräten, also speziellen LTE-Handys und LTE-Sticks, auf dem Markt geben.  

LTE und seine Perspektiven

LTE (für englisch: Long Term Evolution)  ist eine neue Datenfunktechnik. Mit ihr können derzeit etwa 300 Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit erreicht werden, das ist rund 40 Mal so schnell wie die derzeit in Deutschland schnellste Technologie HSDPA.

Und damit ist die Obergrenze noch nicht erreicht, nach Angaben von O2 kann LTE bis zu einer Geschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde ausgebaut werden. Das erlaubt neue Anwendungen wie beispielsweise Online-Spiele im Internet, die Übertragung von hochauflösendem Fernsehen (HDTV) und hochauflösenden Videos im mobilen Internet ebenso wie die Übertragung von Videokonferenzen.      

Derzeit zeichnen sich eine Tendenz bei der flächendeckenden  LTE-Einführung ab: Wer dieses schnelle mobile Internet nutzen will, wird dafür höhere Preise bezahlen als für langsamere Übertragungstechniken. Mit der Einführung von LTE wird das bestehende UMTS-Netz mit den Datenbeschleunigungstechnologien des Typs HSPA also nicht abgeschafft, es wird auch weiter intensiv genutzt werden – zu preiswerteren Konditionen als die LTE-Technik.

Das kanadische Marktforschungsunternehmen Maravedis, das sich auf Mobilfunk spezialisiert hat, geht davon aus, dass bis 2015 weltweit 200 Millionen Menschen LTE nutzen.  

Autor: ET

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