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Netzausbau: O2 greift Telekom und Vodafone an 

11.08.2010

O2 - die Tochter des spanischen Telekomkonzerns Telefónica - greift in Deutschland die bisherigen Branchenersten Telekom und Vodafone an. Teil der Offensiv-Strategie ist der Netzausbau: Hier hat man in den letzten vier Jahren rund 4 Milliarden Euro investiert und sieht sich nun auf Augenhöhe mit Vodafone und der Telekom. Und der Netzausbau soll weitergehen: Für 1,38 Milliarden Euro wurden insgesamt sieben neue Frequenzen ersteigert, darunter zwei Blöcke im 800-Megahertz-Bereich, die technische Grundlage für ein bundesweites o2-LTE-Netz. Nun sollen in München und Halle die ersten städtischen LTE-Netze in einem Pilotprojekt getestet werden.

Mit dem 900-Millionen-Euro-Kauf von Hansenet stieg das Unternehmen außerdem zum viertgrößten DSL-Anbieter in Deutschland auf, in Kürze soll das erste kombinierte Angebot aus Mobilfunk und DSL-Angebot per Kabel starten, so heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. O2 spielt nun in der Liga der so genannten „integrierten Anbieter“ und kann seinen Kunden Mobilfunk, DSL und Internetfernsehen (IPTV) in verschiedenen Tarif-Paketen anbieten.     

Umsätze und Selbstbewusstsein wachsen

Das wachsende Selbstbewusstsein der O2-Manager gründet sich auf wachsende Umsätze und steigende Kundenzahlen, hier legten die Münchener in diesem Jahr deutlich zu. Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Gesamtumsatz auf 2,26 Milliarden Euro, das war ein Plus von 27,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn vor Abschreibungen lag von Januar bis Juni bei 532,4 Millionen Euro, das waren 23,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009.

Im Mobilfunkbereich stieg die Zahl der Kunden im ersten Halbjahr 2010 um 765 000 auf 16,3 Millionen. Hier habe man vom Trend zu mobilen Datendiensten und internetfähigen Smartphones profitiert, heißt es bei O2. „Beim mobilen Laptopsurfen mit Surfsticks sind wir einer der beiden Marktführer – jeder dritte Kunde kommt zu uns“ sagt O2-Finanzchef André Krause. Eine starke Position habe das Unternehmen auch beim mobilen Internet auf Smartphones und anderen Geräten.

Allerdings sank der monatliche Umsatz pro Kunde (der so genannte ARPU) im Halbjahresvergleich von 15,8 Euro (2009) auf 14,8 Euro (2010). Für das Minus sind die Vertragskunden verantwortlich, hier nahm der ARPU um 9,8 Prozent ab.

Bei den Vorauszahltarifen stieg der Monatsumsatz pro Kunde um 7,2 Prozent auf 5,5 Euro. Auch bei den Datendiensten kletterte der ARPU nach oben: Bei Daten ohne SMS von 34,2 Euro auf 40,2 Euro, bei den Datendienstleistungen inklusive SMS von 4,70 Euro pro Monat auf 4,90 Euro pro Monat.              

DSL-Geschäft soll mit Kombi-Tarifen neue Kunden bringen

Im DSL-Geschäft blieb die Zahl der Kunden mit 2,4 Millionen stabil, doch dieser Sektor soll künftig mit neuen Kombi-Angeboten auch neue Kunden locken, bald soll es ein erstes kombiniertes Angebot von O2-Mobilfunk und Alice DSL (früher Hansenet) geben.  

O2 sieht sich jedenfalls gerüstet und schaut angesichts das Wachstums zuversichtlich in die Zukunft: „Das gute Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg zu einem führenden integrierten Telekommunikationsanbieter in Deutschland sind“ erklärte O2-Chef René Schuster bei der Vorstellung der neuesten Geschäftszahlen.  

Telefónica, O2  und der Markt in Deutschland

„Deutschland gehört innerhalb Telefónicas zu den fünf wichtigsten Märkten“ so beschreibt René Schuster den Stellenwert, den sein Unternehmen innerhalb des Gesamtkonzernes hat. Für die Muttergesellschaft ist es „der größte europäische Markt“, hier strebt man mit den neuen LTE-Frequenzen die Führerschaft in der künftigen Landschaft neuer Technologien an und will den „Kunden landesweit neue Technologien und Hochgeschwindigkeits-Internet bringen“, so heißt es in einer Pressemitteilung der Telefónica.

Dabei  setzt man auch auf mobiles Internet und schnellen Datenfunk: "Wir investieren für unsere Kunden weiterhin in den Ausbau des O2-Netzes, vor allem im zukunftsträchtigen Bereich der mobilen Datenübertragung", sagte André Schloemer, Vizepräsident Marken-Management bei Telefónica O2 Germany vor kurzem bei der Vorstellung der Werbekampagne „Mehr Netz“.

Um in Deutschland zu wachsen hat die spanische Telefónica richtig Geld in die Hand genommen – alleine im ersten Halbjahr 2010 wurden 2,6 Milliarden Euro investiert, darunter 1,38 Milliarden für neue Frequenzen und 900 Millionen für den Kauf von Hansenet.   

Autor: ET

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