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Qualitätsmerkmale von Speicherkarten
Es gibt unterschiedliche Kriterien, mit denen sich die Qualität von Speicherkarten bestimmen lässt. Neben den absoluten Faktoren können Merkmale auch auf ein bestimmtes Einsatzgebiet abgestimmt und für dieses besonders nützlich sein.
Die nachfolgende Auflistung soll bei der Auswahl der richtigen Speicherkarte helfen und die Orientierung in der Fülle der angebotenen Ausführungen vereinfachen.
Kapazität
Die Speicherkarten im Handel sind in der letzten Zeit zweifellos dank ihrer rasant ansteigenden Kapazität zu einem vergleichsweise günstigen Preis für immer mehr Menschen zu einer attraktiven Möglichkeit geworden, ihre Daten kompakt und mobil zu sichern.
Als Richtwert für das Preis-/Leistungsverhältnis kann das Verhältnis von Euro pro Gigabyte herangezogen werden. Wenn also beispielsweise eine Speicherkarte mit 8 GB Kapazität 32,- Euro kostet, dann bezahlt man 4,- Euro pro Gigabyte. Auf der anderen Seite ist es unter Umständen durchaus gerechtfertigt, für Speicherkarten mit besonders großem Fassungsvermögen einen höheren Gigabyte-Preis in Kauf zu nehmen, wenn dadurch Dateien bestimmter Größe überhaupt erst auf die Speicherkarte passen. Auch die bessere Flexibilität ist ein Faktor, der oft für die Anschaffung von Karten mit möglichst hoher Speicherkapazität spricht, denn keiner möchte in die Situation kommen, wichtige alte Dateien löschen zu müssen um Platz zum Speichern von noch wichtigeren neuen freizumachen.
Geschwindigkeit
Die Übertragungsrate beim Lesen von und beim Schreiben auf Speicherkarten ist neben der Kapazität für die meisten Nutzer das wichtigste Kriterium. Neben der Tatsache, dass schneller natürlich immer besser ist gibt es aber Anwendungsbereiche, die von einer höheren Übertragungsgeschwindigkeit besonders profitieren bzw. geradezu auf maximale Datenraten angewiesen sind. Während es meist keine große Rolle spielt, ob die Übertragung einiger Gigabyte von der Memory Card auf das Notebook drei oder vier Minuten dauert, so hat z.B. die Schreibgeschwindigkeit der eingesetzten Speicherkarte direkten Einfluss auf die Auslösezeit einer Digitalkamera. Je flotter dieser Schreibprozess vonstatten geht, umso schneller ist die Kamera nach einem Schnappschuss wieder einsatzbereit. Weniger verpasste Motive und verspätete Auslöser sind die Folge.
Größe
Für das Format von Speicherkarten gilt das gleiche wie für die vorangegangenen Qualitätsmerkmale: mehr bzw. kleiner ist besser. Allerdings scheint sich hier in der letzten Zeit bei vielen Anwendern ein Sättigungseffekt eingestellt zu haben: ab einer bestimmten Größe wird die Miniaturisierung nicht mehr als besonders großer Vorteil in der Praxis angesehen, da es für den Grad der Mobilität meist kaum einen Unterschied macht, ob man eine ein oder zwei Millimeter dicke Speicherkarte besitzt. Im Gegenteil ist zu beobachten, dass bestimmte Mini- und Micro-Formate von Speicherkarten nicht gekauft werden wegen der Befürchtung sie zu verlieren oder unnötig lange suchen zu müssen. Zudem werden diese kleinsten Formate häufig ausschließlich in einem Adapter genutzt, da viele ältere Speicherkartenleser nur mit den größeren Format-Varianten zurecht kommen.
Robustheit
Das Einsatzgebiet bestimmt in großem Maße die Robustheit, die eine Speicherkarte aufweisen muss, um die auf ihr gespeicherten Daten auch wirklich zu sichern – keiner möchte feststellen müssen, dass die gespeicherten Daten nicht abrufbar sind, weil die Hardware den Anforderungen nicht gewachsen war. Grundsätzlich sollte man für Außeneinsätze widerstandsfähigere Formate wählen, bei denen die Flash-Module nicht direkt von außen sichtbar sind, sondern gut geschützt im Inneren der Speicherkarte liegen. Bei der Nutzung im Innenbereich oder wenn die Speicherkarte die meiste Zeit in einem Gerät verbleibt und nicht sehr oft gehandhabt werden muss können eher auch Modelle mit ungeschützten Flash-Bausteinen zum Einsatz kommen.
Das vielleicht wichtigste Kriterium ist aber die Wichtigkeit der Daten, die auf der Speicherkarte abgelegt werden sollen – während für private Nutzer der Verlust der Daten auf einer Speicherkarte zumeist (nur) ein großes Ärgernis darstellt, ist die Datenintegrität im geschäftlichen Umfeld oftmals eine unternehmenskritische Größe. Neben zuverlässigen Backup-Lösungen sind Unternehmen beim Einsatz von Speicherkarten in der Regel auch auf ein deutlich höheres Maß an Datensicherheit angewiesen als Privatanwender.
Rechtemanagement
Wenn eine Speicherkarte vorwiegend als Medienspeicher für Bilder, Musik und Videofilme verwendet werden soll, dann scheint ein Modell mit integriertem digitalem Rechtemanagement (DRM) eine sinnvolle Wahl zu sein. Gerade für Anbieter urheberrechtlich geschützter digitaler Medieninhalte ist es prinzipiell interessant, ihre Produkte ausschließlich auf Datenträgern anzubieten, die wie die Speicherkarten der SecureDigital (SD) Familie über ein integriertes Rechtemanagement, in diesem Fall CPRM (Content Protection for Recordable Media), verfügen. Auf diese Weise könnte die unrechtmäßige Vervielfältigung in Grenzen gehalten werden. Allerdings hat sich das digitale Rechtemanagement bisher auf Speicherkarten nicht durchgesetzt und ist auf aktuell erhältlichen SD Karten nicht aktiviert, so dass dieser Funktion in der Praxis eine ungewisse Zukunft bevorsteht.
An dieser Stelle muss auf die unklare Situation bei der Kopierschutztechnologie der MemorySticks, MagicGate, hingewiesen werden. Hersteller Sony Electronics hatte angekündigt, den Sony CONNECT Dienst, der die Verbindung von portablen Sony Medien auf Windows Computern verwaltet, ab März 2008 zugunsten von Windows Media DRM auslaufen zu lassen. Da es seitens Sony keine offizielle Stellungnahme zur künftigen Unterstützung des MagicGate DRM gibt sollten sich MemoryStick-Interessierte vorab über die Kompatibilität mit konkreten Geräten und Inhalten informieren (siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/MagicGate).
Extras und Zubehör
Wenn sich sowohl die Haupt-Features als auch der Preis von Speicherkarten-Modellen verschiedener Anbieter nicht merklich unterscheiden, dann kommt dem mitgelieferten Zubehör bei der Kaufentscheidung ein besonderes Gewicht zu. Bei den Extras muss jeder selbst entscheiden, ob es sich eher um überflüssige Spielereien handelt oder ob eine praktische und sinnvolle Ergänzung für einen bestimmten Anwendungsbereich möglicherweise sogar einen erheblichen Mehrpreis rechtfertigt.
Die Bandbreite des mitgelieferten Speicherkarten-Zubehörs reicht von der heute schon fast obligatorische Schutzhülle über Adapter für andere Speicherkarten-Formate, Kartenhalter, Bildbearbeitungs- und Datenrettungssoftware bis hin zu 3D-Brillen.
Garantie
Wegen der geringen Verschleißanfälligkeit gewähren Speicherkarten-Hersteller auf ihre Produkte in der Regel großzügige Garantiezeiten von fünf bis zehn Jahren, oft besteht gerade auf höherpreisige Produkte auch lebenslange Garantie. Im Vergleich dazu hatten Speichermedien auf Basis der inzwischen veralteten Microdrive-Technologie wegen des Einsatzes von mechanischen Teilen deutlich geringere Gewährleistungsperioden.
Autor: PN
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