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Telekom: mehr Bandbreite, aber keine passenden Geräte
12.01.2011
Seit Jahresbeginn bietet die Telekom in ihrem gesamten UMTS-Netz Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. Möglich wird dies durch den Ausbau mit HSPA+, einer Weiterentwicklung von UMTS.
Das klingt beeindruckend, doch das Problem liegt darin, dass es schlicht keine Endgeräte gibt, die diese hohen Datenraten nutzen können, was die Telekom auch freimütig eingesteht. Laut der Telekom kämen die erhöhten Geschwindigkeiten den Kunden schon jetzt zugute, da sich die Nutzer in einer Funkzelle mehr Bandbreite teilen könnten. So einfach liegen die Dinge aber nicht.
Zwei verschiedene Techniken
Auf den ersten Blick verwirrt die Aussage der Telekom etwas, denn im Portfolio des Unternehmens befindet sich der web’n’walk-Surfstick Business, der mit bis zu 28,8 Megabit pro Sekunde Daten herunterladen kann. Dieser Surfstick verwendet allerdings eine andere Funktechnik zur Erhöhung der Datenrate als die Sendemasten der Telekom, die nun mit 21,6 Mbit/s funken.
Um mehr Geschwindigkeit zu erreichen, gibt es mehrere technische Möglichkeiten. Zum einen kann die Anzahl der parallel empfangenden und sendenden Antennen erhöht werden. Diese Technik nennt man Multiple Input Multiple Output (MIMO). Für 28,8 Mbit/s benötigt man eine Zweifachantenne. Um auf 21,6 Mbit/s zu kommen, muss man die Modulation erhöhen. Dabei werden die Amplituden der Funkwellen verschoben, um mehr Daten pro Funkwelle transportieren zu können. Dieses Verfahren nennt man Quadraturamplitudenmodulation (QAM). Für 21,6 Mbit/s verwenden die Sendemasten der Telekom eine 64-fach-QAM.
Der web’n’walk-Stick Business kann im Telekom-Netz also nur mit der Standard-HSPA+-Geschwindigkeit von 14,4 Mbit/s Daten herunterladen. Ein Endgerät, das beide Techniken verbinden kann, erreicht theoretisch bis zu 42 Mbit/s und könnte im Telekom-Netz immerhin mit den beworbenen 21,6 Mbit/s surfen. Ein solches Gerät ist aber derzeit nicht in Sicht. Wenn die Sendemasten auch noch mit der MIMO-Technologie aufgerüstet werden, dann wird auch das Netz bis zu 42 Mbit/s erlauben.
Nur unter Umständen mehr Bandbreite
Trotz der technischen Hindernisse bewirbt die Telekom das 21,6-Mbit-Netz dennoch, denn eine höhere Bandbreite kommt auch Nutzern mit langsameren Modems zugute, denn sie verteilt sich stets auf alle aktiven Geräte in einer Funkzelle. Theoretisch können zum Beispiel sechs Nutzer in einer Funkzelle immer noch mit 3,5 Mbit/s Daten empfangen, was eine ordentliche Geschwindigkeit darstellt. Allerdings braucht man dafür auch keine Speed-Option und schon gar kein HSPA+-Stick.
Eine Funkzelle ist in der Regel in drei Sektoren aufgeteilt, die je 120 Grad abdecken. Wenn sich alle sechs Geräte aus dem obigen Beispiel in einem Sektor befinden, sinkt die Datenrate abermals, da nicht in jedem Sektor volle 21,6 Mbit/s abgestrahlt werden, sondern maximal 14,4 Mbit/s.
Man kann also nicht erwarten, ab sofort mit Geschwindigkeiten im HSPA+-Netz der Telekom zu surfen, die einem VDSL-Anschluss Konkurrenz machen. Der Ausbau auf eine flächendeckende Versorgung mit HSPA+ entlastet allerdings die mobilen Datennetze, die ansonsten unter der ansteigenden Flut des Datenverkehrs unterzugehen drohen. Ein Grund, sich eilig auf die Speed-Option der Telekom zu stürzen, besteht nicht.
Autor : JG
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