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Telekom: Zwei LTE-Aufträge an Nokia Siemens Networks

29.10.2010

Die Deutsche Telekom AG hat zwei LTE-Aufträge an Nokia Siemens Networks (NSN) vergeben: Das finnisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen soll das neue schnelle LTE-Netz in Deutschland mit aufbauen. Außerdem ist Nokia Siemens Networks als einer der künftigen LTE-Lieferanten für ausländische Netze der Telekom ausgewählt worden.

Über den finanziellen Umfang der beiden Aufträge wurde nichts bekannt. In Deutschland wird neben Nokia Siemens Networks der chinesische Netzwerklieferant Huawei beim Aufbau der LTE-Netze mitwirken. Die Abmachung zum internationalen LTE-Ausbau ist ein Rahmenvertrag.  Die Telekom hat noch nicht entschieden, wann, wo und wie LTE in einzelnen Ländern aufgebaut wird, in denen sie als Mobilfunkbetreiber vertreten ist.   

„Es gibt schon viele LTE-Datensticks“

In Deutschland wird Nokia Siemens Networks für die Telekom den Großteil des LTE-Netzaufbaus machen, so erklärte die Nokia-Siemens-Networks-Sprecherin Christina Dinné dem Internetportal Golem.de.

Beide Unternehmen hätten im LTE-Forschungszentrum von Nokia-Siemens Networks in Ulm intensiv bei LTE zusammengearbeitet. Bei NSN habe man schon früh mit der Produktion der LTE-Basisstationen begonnen. Schließlich gebe es schon viele LTE-Sticks, welche die neue Funktechnik beherrschten: „Diverse Hersteller produzieren die Geräte, darunter Nokia, AVM, Samsung, LG und Huawei. Wir waren positiv überrascht, wie viele auf den Markt kommen“.

„Größtenteils Dienstleistungen“

Der größte Teil des Auftrags für Deutschland umfasse Dienstleistungen, so erklärte Nokia Siemens Networks in einer Pressemitteilung. NSN wird demzufolge das LTE-Netz planen und optimieren. Dazu gehöre auch der gesamte Prozess der Netzimplementierung und Wartung, um einen schnellen und sicheren Aufbau zu realisieren, ohne die bestehenden 2G- und 3G-Dienste zu stören.

In der ersten Phase hat - so Nokia Siemens Networks -  der Aufbau in ländlichen Regionen, den so genannten weißen Flecken der Breitbandlandkarte begonnen. Nokia Siemens Networks werde Single RAN-Produkte auf der Basis seiner Flexi Multiradio Basisstationen liefern. „Wir haben unsere LTE-fähige Multiradio Flexi Basisstation bereits an viele unserer Kunden geliefert, darunter fast alle unserer 3G-Kunden. Wir bieten einen einfachen und kostengünstigen Übergang zu LTE, der lediglich per Software-Upgrade erfolgt“ erklärte

Thomas Jul, der bei Nokia Siemens Networks für die Deutsche Telekom zuständig ist. Außerdem würden Self-Organizing-Network-Funktionen (SON) und die Netzmanagement- und Optimierungssoftware NetAct geliefert sowie die Teilnehmer-Datenverwaltung (Subscriber Data Management) für LTE erweitert. 

Die Telekom hat Nokia Siemens Networks außerdem beauftragt, im Bereich Sicherheit des Telekom-LTE-Netzes und der darin übertragenen Kundendaten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Juniper Networks (Sunnyvale/Kalifornien) und der finnischen Insta DefSec (Tampere/Finnland) zusammenzuarbeiten.

Immer noch im Minus, doch viele neue Aufträge

Nokia Siemens Networks ist ein finnisch-deutsches Gemeinschaftsunternehmen des finnischen Handy-Herstellers Nokia Oyj und der deutschen Siemens AG. Es machte im dritten Quartal 2010 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro und einen Verlust von 282 Millionen Euro.

Die Nummer zwei der Mobilfunk-Netzausrüster machte in den  zurückliegenden Jahren ständig Verluste: Im Jahr 2008 wurde unter der Sparte Gewinn aus laufenden Geschäften bei einem Umsatz von 15,3 Milliarden Euro ein Minus von 301 Millionen Euro verbucht, im Jahr 2009 waren es bei einem Umsatz von rund 12,6 Milliarden Euro sogar 1,6 Milliarden Minus. Weltweit beschäftigte das Unternehmen 2009 im Schnitt rund 62 000 Mitarbeiter.  Es kündigte an, bis Ende 2011 die laufenden Kosten um 500 Millionen Euro abzubauen und künftig mit sieben bis neun Prozent weniger Personal zu arbeiten.

In den letzten Tagen hatte Nokia Siemens Networks eine Reihe von Aufträgen erhalten. Für den zweitgrößten Mobilfunkbetreiber Frankreichs die SFR (abgleitet von Société Française de Radiotéléphonie) soll Nokia Siemens Networksdas 3G/HSPA+-Mobilfunknetz modernisieren und erweitern. Für die Emirates Integrated Telecommunications (Dubai) soll es das 2G-Mobilfunknetz in den Vereinigten Arabischen Emiraten erweitern und ein 3G-HSPA+-Netz einrichten. Der Vodafone Essar, einem indischen Mobilfunkbetreiber, wird Nokia Siemens Networks einen großen Teil des 3G-Netzes liefern, es aufbauen und betreiben. Am Standort Bruchsal (Baden Württemberg) wo Nokia Siemens Networks 900 Menschen beschäftigt, sollen bis zum Jahresende rund 270 Stellen gestrichen werden.          

Autor: ET

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