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Frankreich: elektronisches Bahnticket mit RFID und USB

10.09.2008

Ein Pilotprojekt in Frankreich testet ein neues Fahrkartensystem für die Bahn auf der Basis von RFID-USB-Sticks. 1000 Kunden der französischen Bahn SNCF dürfen in vier noch unbekannten Landesregionen eine RFID-Fahrkarte mit Namen „Weneo ID Smart“ testen. RFID steht für „Radio Frequency Identification“ und ist ein System zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen. Berührungslose wiederaufladbare Fahrkarten sind in Asien bereits weit verbreitet.

Anstatt eines Papiertickets trägt der Passagier auf seiner Fahrt einen USB-Stick mit integriertem RFID-Chip bei sich. Dieser Stick ist verknüpft mit einem Guthaben-Account bei der SNCF. Der Schaffner bucht bei der Kontrolle über den USB-Stick den entsprechenden Betrag vom Konto des Fahrgastes ab. Eine weitere Zahlungsweise ist möglich: Der Kunde kann den fälligen Betrag für die Reise am Bahnhof abbuchen lassen. Sollte das Projekt positiv verlaufen, könnte das elektronische Ticketsystem ab 2010 flächendeckend in ganz Frankreich eingeführt werden.

Reisekosten werden über RFID-USB-Stick verbucht

Der USB-Stick verfügt über vier Gigabyte Speicherplatz, so dass auch Routen oder Fahrpläne darauf abgespeichert werden können. Dabei sind die Daten auf dem USB-Teil des Sticks strikt getrennt von den RFID-Informationen. Der RFID-Chip enthält eine Identifikationsnummer sowie persönliche Angaben wie Name, Adresse und Beruf. Für das RFID-Lesegerät, das beispielsweise der Schaffner bei sich hat, sollen diese Informationen jedoch nicht sichtbar sein. Das Kontrollgerät erfasst ausschließlich die ID-Nummer der elektronischen Fahrkarte und gleicht sie mit dem SNCF-Server ab. Dann wird der entsprechende Betrag vom Account des Passagiers abgebucht.

Kritiker bemängeln den unzureichenden Datenschutz des Systems, die französische Bahn hält jedoch dagegen: Auch bei den herkömmlichen Monatskarten müssten die Fahrgäste ein Lichtbild einreichen sowie persönliche Angaben zu Name und Wohnort machen. RFID-Tags sind auch in Europa viel weiter verbreitet, als die meisten Bürger wissen. Unter anderem ist die „Bahncard 100“ der Deutschen Bahn mit einem RFID-Chip ausgestattet – ohne dass die Kunden darüber informiert werden. 2007 erhielt die Deutsche Bahn dafür die Negativ-Auszeichnung „Big Brother Award“.

Autor: FN

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