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Roland Berger: neue Studie sieht WebTV im Aufwind
21.08.2008
Das internationale Beratungsunternehmen Roland Berger Strategy Consultants hat eine Branchenanalyse zum Thema WebTV veröffentlicht. Wie aus der aktuellen Studie hervorgeht, hat sich WebTV von seiner Nischenposition befreit und spielt heute eine Schlüsselrolle im Web Entertainment.
Ein durchschnittlicher Web-TV-Kunde verbringt in Deutschland bereits zwei Stunden pro Tag an seinem Computer, rund 90 WebTV-Videos sieht er sich dort im Monat an. Im Jahr 2007 wurden hierzulande 2,1 Milliarden Videos über das Internet angesehen. In den USA waren es laut Roland-Berger-Studie zehn Milliarden, das entspricht einer Steigerung von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Analyse zeigt auf, dass WebTV ein fester Bestandteil des Home Entertainment wird.
Konkurrenz für die etablierten TV-Unternehmen
Die Roland-Berger-Analyse "WebTV insights and perspectives – A web 2.0 phenomenon is coining new TV usage patterns" beruht auf der Projekterfahrung mit führenden internationalen Telekommunikationsanbietern sowie mittleren und großen Medienunternehmen. Die Experten Alexander Mogg, Dr. Felix Iblher und Hannes Wiese kommen zu dem Ergebnis, dass Web-TV den etablierten TV-Playern unmittelbar Konkurrenz machen wird, sobald es sich auch auf dem Fernsehbildschirm durchgesetzt hat. Die spezifischen Anreize für Internetfernsehen sind dabei Interaktivität, Verfügbarkeit nach Bedarf sowie umfassende Kommunikations- und Personalisierungsmöglichkeiten. Derzeit ist der größte Teil des WebTV-Angebots werbefinanziert und damit für den Verbraucher kostenlos. Nach Meinung der Analysten wird dies auch künftig so bleiben, wodurch sich der Aufwärtstrend noch verstärkt.
WebTV bleibt kostenfrei
Die weitere Entwicklung von WebTV wird laut Studie in hohem Maße von flexiblen Zugangsmöglichkeiten über verschiedene Endgeräte und Bildschirme bestimmt. Dabei wird Computer-, TV- und Handybildschirmen eine vergleichbare Bedeutung zukommen. WebTV-Anbieter werden Blockbuster-Filme künftig als Video-on-Demand-Bibliothek und in HD anbieten, prognostizieren die Analysten von Roland Berger. Möglicherweise werden die Inhalte auch in Premium- und Nischenangeboten zusammengefasst. "Werbefinanzierte Revenue-Share-Modelle für teure Premium-Libraries sind in den USA bereits Realität und werden aus Konsumentensicht bald zum Standard", erläutert Dr. Felix Iblher, Telekommunikationsexperte bei dem Beratungsunternehmen. "Die Bereitschaft der Verbraucher, für Inhalte zu zahlen, wird deshalb abnehmen", so Iblher weiter. "Gleichzeitig wird die Werbeakzeptanz in dem Maße zunehmen, wie die Formate aufgrund personalisierter Zielgruppenabsprache subtiler und relevanter werden".
Langfristig werden WebTV und IPTV aus Sicht der Verbraucher sogar vollständig verschmelzen, vermuten die Autoren der Studie. Die aktuelle Entwicklung im WebTV setzt die Medienunternehmen unter Positionierungsdruck, sie müssen sich gegenüber den neuen Wettbewerbern behaupten. Andernfalls könnten die lange ersehnten Erträge aus IPTV-Abonnements und Video-on-Demand gefährdet sein. "Die strategischen Optionen reichen von Kooperation über Imitation bis hin zu Verteidigung", sagt Alexander Mogg, Partner und Breitband-Experte bei Roland Berger Strategy Consultants.
Autor: FN
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