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OPA: Neue Allianz zur Förderung von WiMAX
16.06.2008
Führende Unternehmen aus der Internet- und Telekommunikationsbranche haben sich zu einem neuen Konsortium zusammengeschlossen: die „Open Patent Alliance“, kurz OPA, soll die Verbreitung des drahtlosen Übertragungsstandards WiMAX vorantreiben. Die sechs Gründungsmitglieder sind Alcatel-Lucent, Cisco, Clearwire, Intel, Samsung und Sprint Nextel.
WiMAX ist eine IP-basierte, drahtlose Breitbandtechnologie, die auf dem Standard IEEE 802.16e beruht. Der Standard wird als Alternative zu DSL-Leitungen und UMTS-Verbindungen diskutiert. WiMAX-Netze bieten hohe Geschwindigkeiten und große Übertragungsraten zu relativ geringen Kosten. Der Standard wird in erster Linie vom Chiphersteller Intel gefördert, der zu diesem Zweck schon 2001 das „WiMAX-Forum“ mit heute 430 Mitgliedern (z.B. Nokia, Siemens) ins Leben gerufen hatte. Die Gründung der OPA ist ein erneuter Versuch der beteiligten Unternehmen, das System WiMAX auf dem Markt voranzubringen.
Pool für WiMAX-Patente
Das Konsortium plant außerdem, einen Pool für WiMAX-Patente einzurichten. So sollen Unternehmen einen kostengünstigen Zugriff auf lizenzierte Patente erhalten. In dem Pool werden die grundlegenden Patentrechte, die für den Aufbau des WiMAX-Standards nötig sind, gesammelt. Dabei beruht ihre Beurteilung auf der Definition, wie sie das WiMAX-Forum festgesetzt hat. Künftig wird es ein festes Verfahren für die Einrichtung von Patenten geben, so Intel. Eine unabhängige, dritte Partei soll in dem Prozess als Sachverständiger fungieren und überprüfen, wie wesentlich das Patent für den WiMAX-Standard ist. Darüber hinaus will die OPA Schulungen und Beratungen zum Thema Urheber- und Schutzrechte bereitstellen.
Dadurch könne laut Intel eine ausreichende Differenzierung und Kompatibilität der einzelnen Produkte sichergestellt werden. Insgesamt werde damit ein wettbewerbsorientiertes Gebührensystem errichtet, heißt es weiter bei dem Chiphersteller, in dem lediglich die Funktionen bezahlt werden müssten, die für die Entwickelung eines WiMAX-Produktes notwendig sind. Schließlich sollen auch die Anwender profitieren: zum einen werde die Produktpalette erweitert, zum anderen werden die Preise für Applikationen, Geräte und Services sinken.
Unsichere Zukunft für WiMAX
Der Kreis der sechs Gründungsmitglieder soll laut Intel in Kürze um sechs bis neun investierende Unternehmen erweitert werden. Intel, Clearwire und der US-amerikanische Mobilfunkprovider Sprint Nextel haben angekündigt, in den nächsten Jahren zwölf Milliarden Dollar in den Ausbau eines landesweiten WiMAX-Netzes zu investieren.
Der kanadische Ausrüster Nortel Networks hingegen hat bekannt gegeben, die Neuentwicklung von WiMAX-Hardware einzustellen. Man werde die Ressourcen für Forschung und Entwicklung künftig auf den Mobilfunkstandard „Long Term Evolution“ (LTE) konzentrieren, hieß es vor einigen Tagen. Gleichzeitig will Nortel sein WiMAX-Engagement auf die Zusammenarbeit mit dem israelischen Ausrüster Alvarion begrenzen. Auch beim Wireless-Spezialisten Qualcomm sieht man die Zukunftschancen für WiMAX kritisch: „WiMAX ist eine sehr interessante Technologie, aber bis sie verfügbar sein wird, gibt es bessere Mobilfunknetze“, meinte Qualcomm-Chef Jacobs vor einer Woche. „WiMAX und WLAN haben keine Zukunft“, so sein drastisches Fazit.
Autor: FN
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