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Mobiles Internet über Hotspots

15.10.2010

Die Sicherheit lässt zu wünschen übrig, die Preise sind hoch. Der mobile Internetzugang über Hotspots ist heutzutage keine Alternative zu UMTS-Datentarifen. Beim Surfen in öffentlichen Netzwerken sollte man stets darauf achten, welche sensiblen Daten man möglichen Hackern preisgibt.

In Deutschland gibt es einige zehntausend Hotspots. Rund 15.000 davon sind kostenpflichtig. Für diese verkaufen die großen Netzbetreiber oder spezielle Anbieter Tarife auf Vertrags- oder Prepaid-Basis. Es gibt aber auch viele kostenlose Hotspots.

Surfen an Hotspots der Telekom

Die Deutsche Telekom unterhält über 8.000 Hotspots deutschlandweit. Ist man Telekomkunde, ist die Hotspot-Nutzung bei folgenden Tarifen inbegriffen: Complete S/M/L, Complete 120/240/1200, Complete S/120 Friends, Combi Flat M/L Friends (iPhone Tarife) und Combi Flat S/M/L, Combi Relax 120/240/1200, Combi Flat M/L Friends, CombiCard Combi Flat M sowie Call & Surf Comfort Plus. Für Besitzer anderer Tarife kostet die Hotspot Flatrate 9,95 Euro pro Monat. Vergünstigt gibt es die Hotspot Flatrate, wenn man die Tarife web'n'walk Connect M und web'n'walk Connect L gebucht hat. Dann kostet die Option 4,95 Euro pro Monat. Die Mindestlaufzeit beträgt sechs Monate.

Als Telekom-Mobilfunkkunde kann man aber auch Zehn-Minuten-Pakete kaufen. Mit Hotspot Anytime surft man für 1,20 Euro zehn Minuten lang an einem Hotspot der Telekom. Die Mindestlaufzeit beträgt hier drei Monate. Als Kunde mit einem Telekom-Festnetztarif kann man entweder mit der Hotspot Flat für 9,95 Euro pro Monat surfen oder minutenweise. Die Minute schlägt hier mit 12 Cent zu Buche. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.

Aber auch wenn man kein Kunde der Telekom ist, kann man ihre Hotspots nutzen. Den sogenannten Hotspot Pass erwirbt man entweder für 60 Minuten und zahlt acht Euro oder für 30 Tage und zahlt dann 29 Euro. In beiden Fällen geht man keine vertragliche Bindung ein. Die Bezahlung läuft in diesem Fall über Kreditkarte, Paypal, Micromoney oder Clickandbuy.

Vodafone und O2

An den circa 1.000 Hotspots von Vodafone in Deutschland kann man Zeitkontingente erwerben. Diese belaufen sich entweder auf 30 Minuten, zwei Stunden oder 24 Stunden. 30 Minuten kosten 3,95 Euro. Zwei Stunden kosten 9,95 Euro. 24 Stunden kosten 24,95 Euro.

Auf Flughäfen, in Hotels und Messen in Deutschland sind 300 O2-Hotspots in Betrieb. Dort können sowohl Vertragskunden als auch alle anderen drahtlos surfen. Vertragskunden können im 30-Minuten-Takt für jeweils 3,95 Euro surfen. Wer kein Kunde bei O2 ist, kann sich online mit der Kreditkarte einen Voucher kaufen und mit diesem surfen. 30 Minuten kosten auf diese Weise fünf Euro, 120 Minuten zehn Euro. Kunden von Vodafone und debitel können die Nutzung von O2-Hotspots über ihre Mobilfunkrechnung laufen lassen.

Es gibt auch kostenlose Hotspots

Aber auch abseits der großen Netzbetreiber gibt es Anbieter, die Hotspots betreiben. Das Unternehmen The Cloud unterhält etwa 5.000 Hotspots in Deutschland. Online kann man sich registrieren und eine Hotspot-Flatrate buchen. Mit „Cloud Unlimited Multi“ kann man für 16,99 Euro im Monat mit sämtlichen eigenen Geräten online gehen. Möchte man nur mit einem einzigen W-Lan-fähigen Gerät online gehen, bucht man den Tarif „Cloud Unlimited Single“. Dieser kostet 9,99 Euro, ist aber auf ein einzelnes Gerät beschränkt. Wer keinen Vertrag möchte, kann auch Pay-as-you-go-Wifi nutzen. Hierbei kann man Zeitkontingente entweder per Kreditkarte oder per SMS erwerben. Mit Kreditkarte kann man eine Stunde für 6,49 Euro kaufen oder drei Stunden für 9,99 Euro. 24 Stunden kosten 14,99 Euro. Per SMS kosten 30 Minuten sieben Euro und 60 Minuten 10 Euro.

Es gibt auch die Möglichkeit, Teil einer W-Lan-Community wie Fon zu werden. Erwirbt man ein Fon-W-Lan-Modem und stellt sein eigenes drahtloses Netzwerk zur Verfügung, kann man an den etwa 2,5 Millionen Hotspots von Fon weltweit kostenlos surfen. In Deutschland gibt es 25.000 Hotspots für Fon-Mitglieder.

Diverse Orte wie Cafés oder Hotels bieten kostenlosen Internetzugang per W-Lan. Manchmal muss man einen Fragebogen ausfüllen oder eine Toolbar installieren, um den Dienst so über Werbung zu finanzieren. Auf Seiten wie www.free-hotspot.com kann man kostenlose Standorte finden.

Öffentliche Netwerke sind verwundbar

Die Sicherheitsrisiken öffentlicher Hotspots sollte man aber stets im Auge behalten. An frei zugänglichen Einwahlpunkten sind die Netze oft nicht verschlüsselt, das heißt, die Daten werden im Klartext versandt. Ein findiger Hacker kann sich hier mittels einer „Man in the middle“(Man in der Mitte)-Attacke zwischen Server und Nutzer einklinken und so den Datenverkehr abfangen. Online-Banking und Ähnliches sollte man also lieber zu Hause betreiben. Im Internet gibt es Programme, mit deren Hilfe ein Rechner vorgaukeln kann, der eigentliche Hotspot zu sein. So laufen dann alle Datenströme in einem Netzwerk über den Computer des Angreifers.

Nicht nur die Frage der Sicherheit ist ein Grund, skeptisch gegenüber W-Lan-Hotspots zu sein. Die Preise wirken im Vergleich zu den günstigen UMTS-Datentarifen und UMTS-Flatrates wie aus einer anderen Zeit. Durch die hohe UMTS-Netzabdeckung und steigende Geschwindigkeit heutiger mobiler Datenfunknetze ist es in den meisten Fällen günstiger, per UMTS-Verbindung ins Internet zu gehen. Vodafone-Kunden etwa surfen per W-Lan am Hotspot für 3,95 Euro 30 Minuten lang. Mit dem Websessions-Prepaid-Tarif können sie für das gleiche Geld 24 Stunden lang surfen. Als kostenloses Inklusiv-Angebot wie bei vielen Telekom-Tarifen allerdings ist der Zugang über Hotspots ein gutes Zusatzmerkmal, das Tarife attraktiver machen kann.  

Autor: JG

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